Menschenfreund am Objektiv - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 66 / 107

FOTOGRAFIE Menschenfreund am Objektiv

• aus DER SPIEGEL 50/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seine Kriegsbilder machten ihn berühmt. Doch der Philanthrop (Motto: »Mögt die Menschen und zeigt es ihnen auch") Robert Capa hatte andere Seiten: Mit seinen Kameras und seiner Geliebten Ingrid Bergman zog er nach Hollywood, wo er sie etwa am Set von »Berüchtigt« fotografierte; er soff mit Ernest Hemingway und pokerte in London mit John Huston. Kurz: Capa verstand, »in harten Zeiten gut zu essen«, lobt der Biograf Richard Whelan in einem prachtvoll-voluminösen Bildband ("Robert Capa - Die Sammlung«. Phaidon Verlag, Berlin; 572 Seiten; 148 Mark). Anhand von 937 überwiegend unbekannten Nachlass-Aufnahmen korrigiert der Band überzeugend das gängige Image: Capa, dessen letztes Motiv vom 25. Mai 1954 Soldaten mit Minendetektoren in Indochina zeigt - Augenblicke später trat der gerade mal 40-jährige Fotograf auf eine Landmine und starb -, konnte einfach »Gedanken fotografieren«. So schrieb sein Freund John Steinbeck in einem Nachruf.

Zur Ausgabe
Artikel 66 / 107