Gestorben Michael Sladek, 77
Der Schock von Tschernobyl war schuld: Die Katastrophe 1986 im sowjetischen Atomkraftwerk gab für Michael Sladek den Ausschlag, dass die Energie ganz woanders herkommen muss – nicht aus AKWs. Sladek, im Schwäbischen geboren, studierte Medizin im badischen Freiburg, wurde Arzt im Schwarzwaldstädtchen Schönau und trug maßgeblich dazu bei, dass dort Revolutionäres geschah: Seine »Stromrebellen« organisierten eine Energieversorgung in Bürgerhand, regenerativ und dezentral. Sie gründeten 1994 die »Elektrizitätswerke Schönau« (EWS), übernahmen 1997 die Stromversorgung ihrer Stadt, heute liefern die EWS bundesweit. Sladek, bei allem Engagement für sauberen Strom, war Arzt geblieben, als charismatisch, ungestüm und lebensfroh wird er beschrieben. Michael Sladek starb am 24. September in Schönau.