Schallplatten Modischer Hall
Pierre Boulez. der Hindemith meidet und von Strawinsky bislang kein Werk der neoklassizistischen Epoche eingespielt hat, widmet sich neuerdings besonders der gemäßigten Spätzeit von Bela Bartók. Nach dem problematischen 3. Klavierkonzert hat er nun mit den New Yorker Philharmonikern das nicht minder heikle »Konzert für Orchester« des ungarischen Komponisten aufgenommen. (CBS; 25 Mark.)
Boulez. der sich vom Komponieren ins Dirigieren zu flüchten scheint, stellt diese große Retrospektive ohne Sentimentalität dar -- rhythmisch pointiert und fast hart im Klang. Damit schließt er den Eindruck pseudofolkloristischer Anbiederung und äußerlicher Orchesterbrillanz aus. Die bedeutende Aufnahme ist leider durch den modisch gewordenen Hall in ihrer Durchsichtigkeit leicht getrübt.