Museen
Aus Denkmalpfleger-Drang stößt Baden-Badens Kunsthallendirektor Klaus Gallwitz in Museums-Zukunft vor: Um das einstige Amtshaus des badischen Großherzogs am Ort (1840 bis 1843 erbaut) vor dem Abbruch zu bewahren, ließ er es sich als Ausstellungsgebäude reservieren und möchte nun darin das Modell eines neuartigen »transitorischen Museums« einrichten: Werke moderner Kunst, deren Ankauf von den Staatsgalerien erwogen wird, sollten dort (gegen Leihgebühr) für eine Bedenkfrist von ein oder zwei Jahren zur Schau und Diskussion stehen. Dieses auch als »Leasing« diskutierte Prinzip des öffentlichen Kunsterwerbs verspricht den Künstlern geregelte Mieteinnahmen, den Museen die Vermeidung hastiger Fehlkäufe, die später nur noch die Depots verstopfen. Im Vorgriff auf seinen -- bei Stadt und Land als »Gesprächsgrundlage« eingereichten -- Plan zeigt Gallwitz allerdings zunächst (ab Donnerstag dieser Woche) rund 100 Arbeiten junger Deutscher, die Stuttgarts Staatsgalerie in letzter Zeit schon unwiderruflich angekauft hat.