Musik
Niccoló Paganini war ein Komponist, der Geheimnisse liebte. Nicht einmal sein Biograph Gian Carlo Conestabile vermochte stichhaltig nachzuweisen, ob der Maestro acht, oder wie die Musikexperten heute glauben, nur fünf Konzerte geschrieben hat. Tradition verpflichtet, die Nachfahren des 1840 verstorbenen Violinisten waren nicht weniger geheimnisvoll -- seine Urenkelinnen, Andreina Paganini und ihre Schwester Giuseppina, verheimlichten der Musikwelt bis zum vorletzten Sonntag ein musikalisches Testament: Paganinis Violinkonzert Nr. 3 in E-Dur. Das Werk, am 24. Juli 1829 vom Maestro selbst in Wien gespielt und seit seinem Tod unauffindbar. wurde in der Londoner Royal Festival Hall wiederaufgerührt. Violinist Henryk Szeryng: »Der bedeutendste Tag meines Lebens.« Die greisen Paganini-Damen, zur Premiere eingeflogen, umarmten den Geiger und riefen: »Ein Triumph, ein Triumph.« Bei Philips wurde der Triumph bereits auf Platten gepreßt.