Alfred Brendel ist tot: Österreichischer Pianist mit 94 Jahren gestorben - DER SPIEGEL
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Österreichischer Klassik-Weltstar Jahrhundertpianist Alfred Brendel ist tot

Er war einer der großen Musiker seiner Zeit und galt schon zu Lebzeiten als Legende: Der österreichische Pianist Alfred Brendel ist im Alter von 94 Jahren in seiner Wahlheimat London gestorben.
• aus SPIEGEL Chronik 1/2025
Alfred Brendel bei seinem letzten öffentlichen Konzert im Dezember 2008 in Wien
Alfred Brendel bei seinem letzten öffentlichen Konzert im Dezember 2008 in Wien

Alfred Brendel bei seinem letzten öffentlichen Konzert im Dezember 2008 in Wien

Foto:

Dieter Nagl / AFP

Er galt als einer der bedeutendsten Pianisten seiner Zeit: Alfred Brendel ist im Alter von 94 Jahren in seiner Wahlheimat London gestorben. Brendels Klavierkarriere dauerte über fünf Jahrzehnte. Seine Lieblingskomponisten, die er immer wieder spielte, waren Beethoven, Schubert und Haydn. Er war der erste Pianist, der Beethovens Klavierwerke komplett aufnahm. Aber auch als Liedbegleiter fungierte er, etwa für Dietrich Fischer-Dieskau.

Schon zu Lebzeiten eine Legende, galt er zugleich als äußerst bescheiden, zurückhaltend und selbstkritisch. Der britische »Guardian« schrieb einmal, Brendel sei nie jemand für »Feuerwerk und theatralisches Getue« gewesen.

1931 im nordmährischen Wiesenberg (im heutigen Tschechien) geboren, zog Brendel im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Kroatien an die Adriaküste. Im selben Alter sei er erstmals der Musik begegnet, als er im Hotel seiner Eltern Schallplatten auflegte und mitsang. Das erzählte Brendel, der deutsche und österreichische sowie italienische und slawische Wurzeln hatte, 2012 dem SPIEGEL .

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Später besuchte er die Schule in Zagreb, wo er mit sechs Jahren den ersten Klavierunterricht bekam. Es folgte ein Studium am Konservatorium in Graz, später in Wien. Im Alter von 17 Jahren gab Brendel in Graz sein erstes öffentliches Konzert. Seine internationale Karriere begann 1949. 1950 zog er endgültig nach Wien, 1970 siedelte er nach London über. Im Dezember 2008 hatte Brendel sich endgültig vom Konzertpodium verabschiedet.

Auf die Frage, ob er ein glücklicher Mensch sei, sagte Brendel dem SPIEGEL einige Jahre später: »Das ist vielleicht zu viel gesagt. Aber ich musste nicht mit meinem Schicksal hadern. Ich habe mich weder besonders angezweifelt noch vergöttert. Und ich finde vieles komisch. Das hilft. Anders kann man die Welt doch gar nicht aushalten.«

dbl/dpa
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