Massacre: Todesblei aus Florida
Amtlich - das Metal-Blog "Dachschaden my ass! Grunzkreisch!"
Liebe "Amtlich"-Freunde und -Hasser, Massacre sind zurück, sie sind noch immer so geschmacklos und pubertär wie früher, und die Sonne Floridas war ihnen auch gnädig. Was für ein Glück!
Bis denne!
Massacre - "Back from Beyond"
(Century Media/Universal, bereits erschienen)
Ich so 2005 im "RockHard"-Buch "Best Of Rock & Metal - Die 500 stärksten Scheiben aller Zeiten": "Lediglich meine Mutter war anno '91 nicht besonders von der Dauerrotation begeistert, was aber sicherlich auch daran lag, dass Death Metal in ihrer Prioritätenliste noch nie ganz oben stand."
Nun.
Bis heute ist es mir ein Rätsel, wie man "From Beyond", dem Massacre-Debütalbum nach vier abgefeierten Demos, mit Unlust und Widerwillen begegnen konnte, aber Mama lässt selbst 23 Jahre später nicht mit sich reden: Lieder wie "Corpsegrinder" (ein großer Klassiker in Slam-Dance-Kreisen!) und "Chamber of Ages" ("Agony and pain seem to exist/ Tortured as maggots infest/ Torment bodily dismemberment/ Transmutate into rot!") seien "geschmacklos" und "pubertär", ich hätte ja wohl einen "Dachschaden".
Ich so heute mit "Never"-Tattoo auf der einen Halsseite und "Surrender" auf der anderen: "Dachschaden my ass! Grunzkreisch!" Schließlich sind die Florida-Rabauken nach rund hundert Jahren Pause (das 1996er Album "Promise" war eh 'ne Mogelpackung) in halber Originalbesetzung zurück (Rick Rozz und Terry Butler; Kam Lee und Bill Andrews wurden ersetzt) und machen dabei 'ne gute Figur.
Ganz so stumpf-räudig (und damit endgeil) wie auf dem ersten Dreher rödeln die Amerikaner zwar nicht mehr durch die Botanik, und die kaum ein kleines Sound-Loch zulassenden Drums könnten Bill-Andrews-Devotees deutlich zu viel sein, aber das ändert in der Endabrechnung nur wenig: "As We Wait to Die", "Ascension of the Deceased", "Succumb to Rapture" oder "The Evil Within" gehen als knackig intonierte Abrissbirnen mit Daseinsberechtigung über die Ziellinie, denen man die Hingabe der Band zweifellos anhört. Only death is certain. (Gesamtwertung: 7,5) Boris Kaiser
Anspruch: "Es geht um Lovecraft, Wikinger und Serienmörder", berichtet Terry Butler. Siehste, Mama: Hochkultur allenthalben! (7,5)
Artwork: Pfui Deibel. Was soll dieses profane, nichtssagende Rot? Da lobe ich mir die wunderbaren Bonbonfarben des Debüts, mit denen sogar Hussel 'ne Werbeoffensive fahren könnte. (3,5)
Aussehen: Die Sonne Floridas tut ihr Bestes, insofern nach wie vor ganz gut. Also, jetzt nicht im Sinne von prozacsüchtigen Size-Zero-Soccer-Mums, sondern eher im Sinne von Kai Diekmann (mit Hoodie). (7)
Aussage: "That shit better be as good as 'from beyond'!!!!" (Facebook). Nun ja, nicht ganz. Aber immerhin. (7,5) Boris Kaiser