Liebe "Amtlich"-Freunde und -Hasser, wir präsentieren die zweite Ausgabe unserer neuen alten Metal-Kolumne, jetzt als todschicker Blog verkleidet. Motörhead beweisen mit "Aftershock": The wörld is still theirs. Und Avatarium sollte man sich tätowieren.
Bis denne!
Motörhead - "Aftershock"
(UDR/Warner, bereits erschienen)
Abriss: Wenn man das "Aftershock"-Vinyl in der Hand hält, wundert man sich erst mal galore (das sagen Leute heute so): 14 Songs und nur eine LP? Ja, und das passt sogar, denn der "crunchy, greasy, punky, bluesy, gutsy Rock'n'Roll" (Coveraufkleber!) scheppert gerade mal gute 47 Minuten. Ideenarmut? "Wir haben ja keine Zeit, weil alt"? Mitnichten! Die von den Hits "Heartbreaker", "Coup De Grace" und "Silence When You Speak To Me" angeführte aktuelle Motörhead-Rappelkiste bestätigt trotz Lemmy Kilmisters desolaten Gesundheitszustands die amtliche Form, die man auf dem Vorgänger von 2010 an den Tag legte: The wörld is still theirs. (Gesamtwertung: 8)
Anspruch: Hargh, hargh, hargh! (7,5)
Artwork: 'ne Wüstenlandschaft, ein paar Panzer, Snaggletooth erhebt sich aus dem Sand, das rechte Auge senfgelb leuchtend. Könnte so auch in Thomas de Maizières Arbeitszimmer hängen. (7,5)
Aussehen: Lemmy ist IMMER NOCH geiler als deine Freundin, Alter! (8)
Aussagen: "You must be brave and bold/ You must be hard and cold/ You must forget the rules/ Before you're bought and sold". Strapazen, Strapazen... (7,5) (Boris Kaiser)
Avatarium - "Avatarium"
(Nuclear Blast/Warner, erscheint am 2. November)
Abriss: Avatarium? Ein Ableger der verdienten Doom-Protagonisten Candlemass! Dass Projekt-Initiator Leif Edling (Gitarre) keine größeren Verbindungen zur Stammband sehen will, ist schon okay, Musiker haben in der Regel ja eh keine Ahnung von ihrem eigenen Schaffen. Wahr ist: Die meisten Riffs auf diesem Debüt gehen als typischer Edling-Stoff durch und sollten Die-hard-Supporter von "Ancient Dreams", "From The 13th Sun" und/oder "Candlemass" trotz einer etwas klareren Siebziger-Jahre-Vorliebe langsam, aber sicher in den Wahnsinn treiben. Auch schön: Frontfrau Jennie-Ann Smith. Und ihre Vocals erst. (Gesamtwertung: 8) Boris Kaiser
Anspruch: Möchte man mit Avatarium tatsächlich die Nachfolge der verblichenen The Devil's Blood antreten, wie manche Kritiker bereits munkelten? Kann durchaus sein. Schlagkräftig genug ist das erste Album allemal. (7,5)
Artwork: Typischer Retro-Chic mit Sternen, Totenkopf und irgendeinem blöden Getier. Wurde laut Kollege Dörting bei seinen "Fossils and Rituals, Metals and Monuments"-Abenden in dieser Hamburger Kellerdisse bereits als "Arschgeweih" entdeckt. (7)
Aussehen: Die mit dem "Arschgeweih"? Hieß Barbara, sah aus wie 36, fühlte sich an wie 46 und kannte alle Tricks, die man eigentlich erst mit 56 beherrscht. Seit ihrer ersten gemeinsamen Nacht nennt sie Thorsten nur noch Torte. (5,5)
Aussagen: Torte verweigert die Aussage. (3) (Boris Kaiser)