Volksmusiker verklagt Konzerthauschef Andreas Gabalier fühlt sich in die rechte Ecke gedrängt
Volksmusiker Andreas Gabalier
Foto: Georg Hochmuth/ picture alliance / dpaEr vermischt Volksmusik mit Rock'n'Roll, ansonsten aber herrscht in der Welt von Andreas Gabalier strenge Ordnung: Frauen gehören hinter den Herd , Heimatliebe gehört sich für jeden anständigen Österreicher. Ein Weltbild, mit dem sich Matthias Naske, Intendant des Wiener Konzerthauses, nicht anfreunden kann. Er will Gabalier keine Bühne bieten. Für eine entsprechende Äußerung will ihn dessen Managment nun vor Gericht belangen.
Wie das österreichische Magazin "Trend" berichtet , bringe Gabalier am Donnerstag durch seinen Anwalt eine Wettbewerbsklage gegen Naske ein. Er sehe sich durch die Aussage in die rechte Ecke gedrängt und in seinem wirtschaftlichen Fortkommen geschädigt. Erste Konzertveranstalter würden wegen des Interviews bereits abspringen. Der Streitwert wurde mit 500.000 Euro festgesetzt.
In dem Interview der Tageszeitung "Die Presse" mit Naske von Anfang Mai war es eigentlich um die klamme wirtschaftliche Situation des Konzerthauses Wien gegangen. Die Interviewerin fragt, ob ein Auftritt Gabaliers im Wiener Musikverein - ein anderes traditionsreiches Konzerthaus der Stadt, dessen Goldener Saal als einer der akustisch besten Konzertsäle der Welt gilt - nur mit wirtschaftlichen Motiven zu erklären sei.
Naske antwortet, er halte diesen Auftritt für einen Fehler, er habe das nicht gemacht: "Weil das Signale sind. Man muss wissen, wer Gabalier ist, wofür er steht, und abwägen." Man treffe mit dem Kuratieren des Programms auch gesellschafts- und kulturpolitische Aussagen, das sei nicht harmlos.