Bayreuth-Nachfolge: Im Notfall "Aussitzen" - DER SPIEGEL
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Bayreuth-Nachfolge Im Notfall "Aussitzen"

Im Streit um die künftige Leitung der Bayreuther Festspiele hat Wolfgang Wagner seine Haltung bekräftigt, den Posten nur an seine Ehefrau Gudrun abgeben zu wollen. Gegen jede andere Lösung werde er sein Veto einlegen und die Sache "aussitzen, wie Helmut Kohl".
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Solange er sich rühren könne, werde er an seiner Verantwortung festhalten, sagte der 80-jährige Festspielleiter, der einen Vertrag auf Lebenszeit hat, dem Bayrischen Rundfunk.

Die Konzepte der beiden anderen Nachfolgekandidatinnen - seiner eigenen Tochter aus erster Ehe, Eva Wagner-Pasquier, und seiner Nichte Nike Wagner - bezeichnete Wolfgang Wagner als "absurd" und "ahnungslos". Die Ideen für ein künftiges Bayreuth, wie sie Nike Wagner veröffentlicht habe, widersprächen den Grundsätzen der Richard-Wagner-Stiftung und seien nicht zu realisieren, "weil Bayreuth dafür die Kapazität von Salzburg haben müsste".

Das Konzept seiner Ehefrau zeigt nach Ansicht des Festspielleiters dagegen, wie man aus Erfahrung zu Neuem kommen könne. Er sehe durchaus, dass der Ruf Bayreuths durch den gegenwärtigen Streit Schaden nehme, befürchte jedoch größeren Schaden durch eine falsche Besetzung. An diesem Montag wird sich die Wagner- Stiftung, in der auch der Bund und der Freistaat Bayern vertreten sind, mit der Nachfolgefrage beschäftigen.

Kurz vor der Entscheidung hatte Wieland Lafferentz überraschend die geplante Zusammenarbeit mit Eva Wagner-Pasquier aufgekündigt. Der 50-jährige Urenkel Richard Wagners will nach Eva, Gudrun und Nike Wagner nun als vierter Kandidat in das Rennen um die künftige Festspielleitung gehen. Lafferentz ist Direktor der Salzburger Mozarteum-Stiftung und sollte in dem ursprünglich geplanten Team die Geschäftsführung der Festspiele übernehmen.

Wolfgang Wagners zweite Frau Gudrun hatte am Donnerstag ihr Konzept für die Bayreuther Festspiele veröffentlicht. Im Gegensatz zu den revolutionären Vorstellungen der Wagner-Kritikerin Nike setzt sie auf eine behutsame Weiterentwicklung des bewährten Konzepts ihres 80-jährigen Mannes. Es wäre im höchsten Maße unverantwortlich, die "Festspiele ihrer Identität und weltweit anerkannten Einzigartigkeit zu berauben, also in gewisser Weise unverbindlich, schlimmstenfalls beliebig zu machen", schrieb Gudrun Wagner im "Nordbayerischen Kurier".

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