Beerdigungsmusik Platten-Cover Musik der Bond-Filme - DER SPIEGEL
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Pop!: Hitparaden für Tote und Lebende

Foto: Kevin Winter/ Getty Images

Pop! Highway to Heaven

Bei Beerdigungen erklingt statt sanfter Klassik nun Musik von Robbie Williams und Adele. Die Scorpions bestätigen ihren Platz in der Liste der hässlichsten Plattenhüllen. Und nicht mal Adele kann den Bond-Soundtrack-Fluch brechen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Verschieden

Sehr viele Menschen, die sich auf ihre finale Reise begeben, wünschen sich Frank Sinatra als Begleitung. Eine neue Studie  aus Großbritannien belegt, dass Frankie Boys "My Way" im siebten Jahr in Folge das meistgespielte Lied bei Beerdigungen ist. Interessanter ist allerdings die Neuigkeit, dass die Zeiten, in denen man sich zu wehmütiger Klassik von Elgar, Bach oder Händel einäschern ließ, zu Ende gehen. Denn die Generationen, die mit Pop und Rock'n'Roll aufwuchsen und nun auch vermehrt abtreten, wünschen sich eher Robbie Williams ("Angels"), Death Cab For Cutie ("I Will Follow You in the Dark"), Eva Cassidy ("Over the Rainbow") und Joy Division ("Atmosphere") als finalen Soundtrack. Dass keine Hitparade der Welt mehr sicher vor Adele ist, belegt auch, dass ihr Song "Someone Like You" immerhin auf Platz 22 der Beerdigungs-Charts rangiert. Abgelehnt von manchen pikierten Geistlichen wurde immer wieder der Wunsch nach John Lennons "Imagine". Die Textzeile "Imagine there's no heaven..." geht denen dann doch zu weit.

Vergeigt

Die Scorpions haben ihre Karriere vorerst beerdigt. Doch ein Platz in der ewigen Hitparade der gruseligsten Platten-Cover ist ihnen sicher. Das bestätigt eine neue Rangliste in der Online-Ausgabe des britischen "Guardian".  Die bietet Bizarres und Hässliches von Kevin Rowland ("My Beauty"), Pantera ("Vulgar Display of Power"), Neil Young ("Zuma"), The Band ("High on the Hog") und selbstverständlich den Scorpions ("Lovedrive"). Wobei die Altrocker aus Hannover mit der "Virgin Killer"-Hülle noch einen Meilenstein der Geschmacksentgleisung im Angebot haben. Aber zum Glück lässt sich über Geschmack herrlich streiten.

Verflucht

Das Spannendste an vielen Bond-Filmen war der Soundtrack. Lässige 007-Songs verdedelten bereits so manchen Musikerlebenslauf. Erstaunlicherweise erreichte noch nie eine dieser Nummern die Pole-Position der britischen Charts. Im Inselkönigreich ist bereits von einem "Bond-Fluch" die Rede. Immerhin landeten Duran Duran einst mit "A View to A Kill" in den USA auf Platz eins. In Großbritannien scheiterte nun selbst Adele mit ihrem Bond-Song "Skyfall", der nur auf Rang zwei  hinter der Swedish House Mafia kam. Zum Trost thront Adele dafür in Deutschland wie gewohnt auf dem ersten Platz.

Verträumt

Viele spektakuläre Ideen flogen ihren Schöpfern im Traum zu: Film-Plots ("Terminator"), Bestseller-Romane ("Twilight") oder Pop-Klassiker ("Yesterday"). Sir Paul war 22, als ihm diese wohl bekannteste aller Beatles-Melodien durch einen Traum surrte. Eine kurzweilige Traumliste bietet dieser Blog.