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Pop!: Liebe für Lana, Hass für Sean

Foto: Karl Walter / Getty Images

Pop! Liebe für Lana, Hass für Sean

Ist Internet-Milliardär Sean Parker cool oder böse? Patrick Carney, Drummer der Black Keys, beschimpft ihn als Ausbeuter. Andere Kollegen diskutieren: Sollten Musiker zur Sicherheit etwas Seriöses studiert haben? Noch mehr Leute diskutieren aber, mit wem Lana del Rey angebandelt haben soll.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Milliarden-Dieb

Die große Frage, ob und wie und wie viel nun eigentlich im Internet für Musik bezahlt wird, sorgt immer noch zuverlässig für unterhaltsamen Zank. Neuerdings kann man herrlich darüber streiten, ob ein Laden wie der Streaming-Dienst Spotify (der jüngst in Deutschland an den Start ging) und seine Betreiber gut oder böse sind. Für Letzteres hat sich Patrick Carney, Schlagzeuger der sehr erfolgreichen Garagen-Rock-Band The Black Keys, entschieden. Genau genommen wies Carney in einem Interview  mit Nachdruck darauf hin, dass Spotify-Größe Sean Parker ein "Arschloch" sei. Der junge Multimilliardär Parker, der in David Finchers Film "The Social Network" von Justin Timberlake dargestellt wird, gründete einst die Internet-Tauschbörse Napster, machte Facebook groß, lenkt nun Spotify mit und gilt als eine Art Internet-Popstar. Aber der Black-Keys-Rocker ist nicht beeindruckt: "Der Typ hat Milliarden Dollar damit verdient, indem er Wege fand, Musiker um ihre Tantiemen zu prellen. So einem sollte man nicht trauen." Die Musik der Black Keys findet man bei Spotify erstaunlicherweise trotzdem.

Anständiger Beruf

Da die Aussichten auf ein beständiges Einkommen, geschweige denn Reichtum, für Musiker eher stetig abnehmen, ist eine solide Berufsausbildung als Plan B für ein Leben jenseits der Musik wichtiger denn je. Die Online-Ausgabe des US-amerikanischen "Paste Magazine"  hat nun 20 Indie-Musiker, die etwas Anständiges studiert haben, befragt. So wie die Singer-Songwriterin Rachel Yamagata, die Theaterwissenschaften studierte, was ihr bei Auftritten nutze, sagt sie. Damien Kulash, Sänger der College-Rocker OK Go, hat einen Abschluss in Kunst und Semiotik und verrät da, dass all die Kultur-Theorie-Kurse ihm bei Interviews mit Journalisten helfen.

Für lau

Das US-amerikanische Folk-Country-Duo The Civil Wars hat derzeit einen Lauf. Das Debüt-Album wurde gerade mit einem Grammy ausgezeichnet, und auf dem Soundtrack des aktuellen Hollywood-Blockbusters "Die Tribute von Panem" sind sie auch mit zwei Songs vertreten. Zur Feier des Ganzen verschenken sie ein erstklassiges Live-Album hier als Download. 

Keine Hits

Die US-amerikanische R&B-Musikerin Santigold, die sich Ende April mit ihrem neuen Album "Master of my Make Believe" zurückmeldet, hat sich hinter den Kulissen wohl mit einigen Verantwortlichen ihrer Plattenfirma gezankt. Den Hinweis der Musikmanager, sie solle doch bitte schön etablierte Hit-Lieferanten wie RedOne (Lady Gaga) oder Stargate (Rihanna) ins Boot holen, bügelte sie empört ab. Immer noch empört verkündete die Künstlerin, die unter einer Schreibblockade litt, wie schaurig sie moderne Pophits findet: "Ich hasse 'LMFAO' und David Guetta. Aber die Plattenfirma sagt: 'Wo sind die Hits?'" Wie gut ihr Album nun läuft, bleibt abzuwarten.

Dauer-Hit

Adele und kein Ende. Dass ihr "21" in der Liste  der ewigen Album-Bestseller in Großbritannien nun schon an Pink Floyds "Dark Side Of The Moon" und Dire Straits' "Brothers in Arms" vorbeigezogen ist, beeindruckt. Als nächstes müsste sie Michael Jacksons "Thriller" überholen.

Ziemlich beste Freunde

Unglaublich, aber wahr: Die lustigsten Szenen spielten sich beim "Echo" vergangene Woche wohl hinter der Bühne ab, wie dieses kuriose Foto  belegt. Gerüchte, dass die schöne Lana und das Manson-Biest nun verbandelt sind, wurden nicht bestätigt.