Brit Awards Mit Dynamit und Straßencharme
London - Mit jeweils vier Nominierungen für den wichtigsten britischen Pop-Preis haben sich die Newcomer Ms. Dynamite und The Streets schon jetzt vom Feld der Konkurrenz abgesetzt. Die üblichen Verdächtigen jeder Preisverleihung auf der Insel sehen sich mit einem übermächtigen Angebot von Nachwuchs-Talenten konfrontiert. Superstar Robbie Williams, ein fester Abonnent der Brit Awards, ist diesmal nur für einen Award nominiert, Powerfrau Kylie Minogue, Tournee- und Partystar des vergangenen Jahres, ging sogar ganz leer aus.
Stattdessen machen sich die Newcomer in allen Kategorien breit: Die Girl-Band Sugababes ("Round Round"), die Jazz-Debütantin Norah Jones, die amerikanische Pop-Queen Pink, sowie die "Pop Idol"-Gewinner Will Young und Gareth Gates können sich über jeweils drei Nominierungen freuen.
Doch die größte Favoritin ist die Londoner R&B-Sängerin Niomi McLean-Daley alias Ms. Dynamite, deren Debüt-Album bereits den renommierten Mercury Prize dominierte. Sie ist - neben Sophie Ellis Bextor, Beverly Knight, Alison Moyet und Beth Orton - für den Titel "best British female" nominiert und hat gute Chancen in den Kategorien "best British album", "best British urban act" und "best British breakthrough act". Die 21-Jährige sagte gegenüber der BBC, sie sei " wirklich sehr überwältigt", die Nominierungen anzuführen. "Ich habe das nicht erwartet", sagte sie, "ich dachte, vielleicht werde ich für einen nominiert, aber vier? Das ist schon sehr überraschend".
Der männliche Favorit hat einen nicht minder steilen Aufstieg absoviert. Der HipHop-Fan Mike Skinner alias The Streets veröffentlichte Anfang des vergangenen Jahres sein Debüt-Album "Original Pirate Material" und wurde unlängst nicht zuletzt wegen seiner authentischen Texte über den Alltag in Großstadtgettos von den Medien als "englischer Eminem" tituliert. Der Kritikerliebling muss es in der Kategorie "best British male" mit Robbie Williams aufnehmen und ist außerdem - ebenso wie Ms. Dynamite" in den Rubriken "best British album", "best British urban Act" und "best British breakthrough act" nominiert.
Bei den internationalen Künstlern werden Eminem, Norah Jones, Alicia Keys, Pink und die Red Hot Chili Peppers um den Brit Award für das "beste Album" konkurrieren. Um den Titel "best international female" streiten sich Missy Elliott, Norah Jones, Alicia Keys, Avril Lavigne und Pink, bei den Männern treten Beck, Moby, Nelly, Eminem und Bruce Springsteen in den Wettbewerb.
Verliehen werden die Brit Awards am 20. Februar in einer feierlichen Zeremonie im Londoner Earl's Court. Gastgeberin der Show wird die MTV-Moderatorin Davina McCall sein. Bis dahin steigt die Spannung, auch wenn ein Preisträger bereits fest steht: Pop-Veteran Tom Jones bekommt einen "lifetime achievement award" für sein Lebenswerk überreicht.