David Bowie - DER SPIEGEL
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Pop!: Die Rückkehr des Heilands

Foto: Andrew H. Walker/ Getty Images

Pop! Nicht viel, aber alles über David Bowie

Seit sich David Bowie überraschend mit neuer Musik zurückmeldete, sind die Fans in Aufruhr. Wird es Konzerte geben? Wer ist die Frau im Videoclip? Und, verdammt nochmal, wo gibt es Bowie-Seife? Einige Antworten gibt es hier.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Aufgeregt

Als David Bowie am 8. Januar, seinem 66. Geburtstag, seine erste Single seit gefühlten hundert Jahren vom Himmel fallen ließ, bebte das weltweite Netz in selten erlebter Aufregung. Dass der Vorruheständler Bowie mit "Where Are We Now?" noch für so viel Trubel in Blogs, Twitter- und Facebook-Accounts sorgen konnte, erstaunte ihn vermutlich selbst. Der eigentliche PR-Geniestreich bestand aber vor allem darin, dass der "Thin White Duke", der sich in den vergangenen Jahren gut abgeschirmt in Manhattan nur noch für die Erziehung seiner Teenager-Tochter zu begeistern schien, zu all dem virtuellen Wirbel schwieg. Kein Wort der Erklärung verließ sein New Yorker Loft. Dafür brodelten die Gerüchte. Um zumindest einiges davon zu relativieren, erteilte Bowie seinem alten und neuen Produzentenkumpel Tony Visconti die Erlaubnis, dezent zu plaudern. Was der zu Bowies Tourplänen (nein), Gesundheit (Fit) und der Musik unserer Zeit (Öde) zu sagen hatte, ist hier  zusammengefasst.

Ungefragt

Dass die Ausführungen von Mr. Visconti vielleicht mit Vorsicht zu genießen sind, belegt der erste Einspruch. Prog-Rock-Gitarren-Titan Robert Fripp (King Crimson) widersprach Visconti,  der behauptet hatte, dass Fripp ein Angebot zur Mitwirkung auf dem neuen Bowie-Album abgelehnt habe: "Ich bin nie gefragt worden."

Aufgeklärt

Auch Tony Oursler, Regisseur des bald wohl trillionenfach angeklickten Videoclips zu "Where Are We Now?", plaudert  über alles irgendwie Rätselhafte daran. Zum Beispiel, zu wem der merkwürdige Frauenkopf neben Bowie gehört (der Frau des Regisseurs). Und wer ganz genau wissen will, woher all die Berlin-Motive in besagtem Clip stammen, kann das präzise im "Guardian" online  erfahren.

Seltsam

Das britische Massenblatt "The Sun"  hat eine aktuelle, als Interview verkaufte und wohl auch mit Vorsicht zu genießende Bowie-Zitatsammlung über seine Jugend zu bieten. "Bester Ratschlag mit 18? Nimm keine Drogen!"

Tragisch

Dagegen hat sich Bowies immerhin auch schon 41-jähriger Sohn Duncan Jones, der erfolgreich als Filmregisseur ("Source Code") arbeitet, aus traurigem Anlass für gezielten Drogeneinsatz ausgesprochen. Via Twitter verkündete er,  wie sehr Marihuana die mit der Chemotherapie verbundenen Schmerzen seiner krebskranken Frau lindere: "Es ist zugleich wundervoll und lustig, wie sehr Drogen ihr Erleichterung erschaffen."

Gaga

Für sinnfreien und legalen Spaß sorgen allerlei von Bowie inspirierte "Kunst"-Objekte. Die Macher des Blogs "Stereogum" haben aus aktuellem Anlass eine Galerie mehr oder weniger irrer Online-Funde zusammengetragen:  Dabei Quatsch wie Bowie-Seife, ein Bowie-Sockenaffe und ein Bowie-Jesus-Porträt.

Kostspielig

Die neue Bowie-Mania treibt auch die Preise für Raritäten  des Künstlers in die Höhe. Solvente Fans können zurzeit zum Beispiel 9500 Dollar in das legendäre, zurückgezogene original "Genita"-Cover des Albums "Diamond Dogs" investieren.