Deutsche Oper Berlin Runnicles soll es richten
Berlin - Der Brite Donald Runnicles übernimmt zum 1. August 2009 die Nachfolge von Renato Palumbo als Generalmusikdirektor. Der wurde auf eigenen Wunsch zum 31. Oktober 2007 von seinen Aufgaben entbunden. Das teilte der Regierende Bürgermeister Berlins und Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Oper in Berlin, Klaus Wowereit (SPD), mit. Die Stelle werde bis zum Amtsantritt Runnicles nicht besetzt. Palumbo bleibe der Deutschen Oper als Gastdirigent verbunden.
Palumbos Vertrag sollte ursprünglich bis 2009 laufen. Doch Differenzen mit der Intendantin Kirsten Harms und negative Publikumsreaktionen führten dazu, dass der italienische Dirigent um Entlassung ersuchte. Vor allem nach seiner Aufführung des "Freischütz" im März dieses Jahres bedachte das Berliner Publikum Palumbo mit heftigen Buhrufen statt mit Standing Ovations. Palumbo hatte sein Amt erst in der Spielzeit 2006/2007 angetreten.
Kulturstaatssekretär André Schmitz hatte im September noch versucht, zwischen Intendantin und Dirigent zu vermitteln - vergeblich. Nachdem der Abgang Palumbos abzusehen war, waren als Wunschkandidaten der Lette Andris Nelsons und eben Donald Runnicles genannt worden, der nun das Rennen machte.
Der 52-jährige Runnicles leitet seit 1992 als Musikdirektor die San Francisco Opera. Seine Karriere begann er 1980 in Mannheim, später dirigierte er auf den großen Bühnen der Welt. Schmitz sagte, er freue sich, dass Berlin mit Runnicles einen "vielseitigen, international erfahrenen und erfolgreichen Dirigenten" für die Oper in der Bismarckstraße gewinnen konnte. Diese Berufung sei ein "deutliches Signal der Ermutigung und des Aufbruchs für die Deutsche Oper".
Das Haus kann diese professionelle Unterstützung sehr gut gebrauchen; eine kürzlich veröffentlichte Kritikerumfrage der Fachzeitschrift "Opernwelt" erklärte die Deutsche Oper zum "Ärgernis des Jahres".
tho/dpa/ddp