Verleumdungsklage wegen »Not Like Us« Drakes Plattenlabel wirft ihm Heuchelei vor
Rapper Drake
Foto: Prince Williams / WireImage / Getty ImagesSpätestens seit der Superbowl-Halbzeitshow sind auch Menschen, die mit Rapmusik nichts am Hut haben, über den Streit der beiden Musiker Kendrick Lamar und Drake im Bilde. Nun geht es in die nächste Runde: Das Musiklabel Universal (UMG) hat beantragt, die Verleumdungsklage von Drake, die sich gegen die Vermarktung von Lamars Single »Not Like Us« richtet, abzuweisen. Die Klage sei heuchlerisch, hieß es unter anderem.
»Not Like Us« ist der erfolgreichste einer Reihe von Disstracks der beiden Rapper übereinander. Worum es in dem Beef genau geht und wie er entstand, können Sie hier noch einmal nachlesen . In »Not Like Us« heißt es wortwörtlich: »Drake, I hear you like ’em young« (dt. etwa »Drake, ich höre, du magst sie jung«), zudem ist von »certified pedophiles«, Pädophilen, die Rede.
Rapper Lamar, Drake
Foto: Chris Pizzello / APDer Song wurde am 4. Mai 2024 veröffentlicht – einen Tag, nachdem Drakes »Family Matters« erschien, in dem er Lamar mutmaßlich körperlichen Missbrauch, Untreue und Zweifel an der Vaterschaft eines seiner Kinder vorwarf.
UMG wirft Drake Heuchelei vor
Beide Künstler stehen technisch gesehen beim selben Mutterkonzern unter Vertrag, nämlich UMG, auch wenn sie ihre Musik über verschiedene Unterlabels veröffentlichen. UMG schrieb in dem Antrag zur Abweisung von Drakes Klage, dass die Songtexte von »Not Like Us« lediglich »rhetorische Übertreibung« und eine Meinungsäußerung seien, die durch den ersten Verfassungszusatz der USA geschützt sei.
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Zudem warf UMG Drake Heuchelei vor, da er im Juni 2022 eine Petition unterzeichnet hatte, die Staatsanwälte dafür kritisierte, künstlerische Werke in Strafverfahren gegen Musiker zu verwenden. Darin hieß es unter anderem, dass solche Werke das Produkt der »Vision und Vorstellungskraft« von Künstlern seien. Lamars Songtext stelle Drake dagegen als wörtliche Tatsache hin, kritisierte UMG. »Drake hatte damals recht und liegt jetzt falsch«, erklärte das Label weiter. »Diss-Tracks sind eine beliebte und gefeierte Kunstform, die auf provokanten Beleidigungen basiert, und diese würden erheblich eingeschränkt, wenn Drakes Klage zugelassen würde.«
Drake beklagt »Gefährdung und Ausbeutung« durch UMG
Drake hatte in seiner Klage angeführt, UMG trage durch die Vermarktung von »Not Like Us« zur Verbreitung der darin enthaltenen »falschen und bösartigen« Narrative bei. Dadurch sehe er seine Sicherheit bedroht, der Song habe zu versuchten Einbrüchen geführt und ihn gezwungen, seinen siebenjährigen Sohn aus der Schule und der Region Toronto zu nehmen. Er forderte deshalb unter anderem Schadensersatz wegen Verleumdung und Belästigung.
Drakes Anwalt Michael Gottlieb nannte UMGs Antrag auf Abweisung eine »verzweifelte Taktik«, um sich der Verantwortung zu entziehen. »Wir sind zuversichtlich, dass dieser Fall weitergehen und UMGs lange Geschichte der Gefährdung und Ausbeutung seiner Künstler aufdecken wird«, erklärte Gottlieb in einer Stellungnahme.
»Not Like Us« gewann im Februar 2025 mehrere Grammys, darunter »Song des Jahres«. Der Song stand zwei Wochen lang an der Spitze der US-Charts und kehrte nach Lamars Auftritt bei der Superbowl-Halbzeitshow für eine weitere Woche auf Platz eins zurück.