"Drones" von Muse: Konzeptalbum gegen Spotify - DER SPIEGEL
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Rockband Muse: Konzeptalbum für das Konzept "Album"

Foto: Jack Plunkett / Invision / AP

Muse und die Streamingdienste Spott-ify yourself

Was ist das beste Rezept gegen die Macht der Streaming-Dienste? Ein Konzeptalbum, hofft Matt Bellamy von Muse. Dabei ist Spotify überhaupt nicht so stark, wie viele glauben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jetzt also verkündet Matt Bellamy von der Band Muse das Ende, das schon ziemlich oft verkündet worden ist: Mit der Idee des Albums sei es vorbei - also aus die Maus für das Konzept einer komponierten Zusammenstellung von Liedern. Schuld seien - Überraschung - die üblichen Verdächtigen, also iTunes, Spotify und Co, die dieses Format "nahezu bedeutungslos" (Bellamy)  gemacht hätten.

Andererseits fügt er hinzu und lässt damit die Katze aus dem Sack, seien Konzeptalben in diesen harten digitalen Zeiten "bedeutungsvoller denn je zuvor". Und, unglaublich, aber wahr, haben Muse zufällig gerade ein neues Werk fertig: ein - potzblitz - Konzeptalbum! Man könnte nun dagegenhalten, dass Muse überhaupt noch nie irgendein nennenswertes Album veröffentlicht haben und deshalb ohnehin den Ball flachhalten sollten. Wie gesagt, man könnte.

Umsatz statt Gewinn

Man könnte allerdings auch dagegenhalten, dass sich die Sache mit den Streaming-Diensten nicht so rosig entwickelt, wie immer behauptet wird. Insbesondere für Spotify läuft es wohl nicht wirklich spektakulär.

Neue Zahlen  zeigen, dass der Streaming-Laden im vergangenen Jahr 197 Millionen US-Dollar Verlust machte - eine Verdreifachung der Miesen in nur einem Jahr.

Da nutzt es offenbar wenig, dass Spotify immerhin 1,3 Milliarden Dollar Umsatz einfuhr. Denn: Je mehr Umsatz der Laden macht, desto größer wird der Verlust. Das klingt eigentlich nach einem ziemlich schwierigen Geschäftsmodell, aber der Wert Spotifys wird dennoch auf acht Milliarden Dollar geschätzt.

Spotify hat derzeit 60 Millionen Nutzer, von denen 15 Millionen sogar Geld zahlen. Aber es war schon ein PR-Desaster, als sich Taylor Swift im vergangenen November aus dem Staub machte, also ihre Musik bei Spotify zurückzog, weil da auch Musik verschenkt wird. Außerdem nimmt die Konkurrenz zu: Jay-Z und ein Rudel seiner Promi-Freunde riefen jüngst den Musikdienst "Tidal" ins Leben. Und Apple will Spotify mit "Beats" den Wind aus den Segeln nehmen.

Vielleicht können die Spotify-Oberen ja einen Exklusiv-Deal mit Muse einfädeln und so die Musikindustrie und die Alben als solche retten.

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Muse:
Drones

Warner Music International; 17,99 Euro.