Gespräche mit Def Jam: Was wird aus Mariah? - DER SPIEGEL
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Gespräche mit Def Jam Was wird aus Mariah?

Nach der Kündigung ihres Plattenvertrags mit Virgin Records ist die Zukunft der ehemals erfolgreichen Pop-Sängerin Mariah Carey ungewiss. Amerikanische Medien berichten über heimliche Verhandlungen mit dem R&B-Label Def Jam, Careys Anwälte wollen unterdessen den Musikkonzern EMI verklagen.
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New York - Eine gefallene Pop-Prinzessin muss hausieren gehen: Wie das amerikanische Boulevard-Blatt "New York Post" berichtet, führt Mariah Carey, 32, offenbar Verhandlungen mit dem renommierten New Yorker HipHop- und R&B-Label Def Jam. Allerdings, so das Blatt, fordere sie nur noch zwischen 3,5 und 5,7 Millionen Euro Entgelt pro Album. Ihr gerade gekündigter Vertrag mit dem britischen Musikkonzern EMI, zu dem auch die Plattenfirma Virgin gehört, hätte ihr insgesamt 114 Millionen Euro für fünf Alben eingebracht.

Nachdem Careys erstes Album für Virgin ("Glitter") mitsamt dem zugehörigen Kinofilm floppte, kaufte sich EMI jedoch aus dem teuren Vertrag mit der ehemals so erfolgreichen Sängerin frei. Anfang der Woche wurde bekannt, dass der Konzern rund 31 Millionen Euro Ablösesumme zahlte, um sich, so EMI-Musikchef Alain Levy, von einer "Altlast" zu befreien. Von dem geradezu grotesk gut dotierten Vertrag mit Carey hatte sich der Konzern ein lukratives Geschäft versprochen, immerhin gilt die US-Sängerin mit insgesamt über 120 Millionen verkauften Alben als erfolgreichster Popstar der neunziger Jahre. Dass das neue Jahrtausend einen Karriereknick bringen würde, war nicht abzusehen. Umso schneller reagierte EMI, als sich der potenzielle Goldesel als Pechmarie entpuppte.

Über ihren neuen, bescheidenen Platten-Deal verhandelt Mariah Carey nun nach Angaben der "New York Post" direkt mit dem Chef von Def Jam, Lyor Cohen. Eine Sprecherin des Labels sagte jedoch auf Anfrage, ihr seien keine Gespräche mit der Sängerin bekannt. Def Jam, Anfang der achtziger Jahre von Russell Simmons und Rick Rubin gegründet, trug entscheidend zum Massenerfolg des HipHops bei. Rap-Pioniere wie LL Cool J, Run DMC und die Beastie Boys veröffentlichten ihre ersten Alben bei dem New Yorker Label, dessen Produkte (unter anderem Ja Rule, Noreaga) inzwischen weltweit von dem Entertainment-Multi Vivendi Universal vertrieben werden.

Careys Anwälte, berichtet die BBC, seien unterdessen kurz davor, Virgin Records und EMI wegen Unstimmigkeiten in der Abwicklung der peinlichen Vertragsauflösung zu verklagen. Stichhaltige Argumenten scheinen die Juristen jedoch nicht zu haben. Offenbar geht es hauptsächlich darum, dass sich EMI nicht an die vereinbarte Sprachregelung gehalten habe, und bei der offiziellen Bekanntgabe der Vertragsbeendigung das aktive Verb "to terminate" (lösen, aufheben), statt das eher passive "to cancel" (auflösen, beenden) verwendet habe. Ein aussichtsloses Unterfangen, auf das EMI bereits mit der Androhung einer Gegenklage reagierte.

Der schmutzigen Wäsche nicht genug: Inzwischen wurden auch noch Gerüchte laut, die Pop-Diva Whitney Houston, 37, habe verhindert, dass ihre Erz-Konkurrentin Carey bei ihrer Plattengesellschaft Arista einen Vertrag bekommt. Spekulationen, Hörensagen und verbale Scharmützel - noch hält Mariah die Entertainment-Welt in Atem, wenn auch nicht mit ihrer Musik.