Grand Prix: Deutsche Blödelwurst am knackigsten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Grand Prix Deutsche Blödelwurst am knackigsten

Schnöder Pop und dröge Schnulzen überbrückten die Zeit bis zum Auftritt des deutschen Nationalblödels Stefan Raab. Währendessen entpuppte sich der einst als altmodisch geltende Schlagerwettbewerb überall in Deutschland als Anlass für ausgelassene Open-Air-Partys.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stockholm - Der 45. Schlager-Grand-Prix in Stockholm hat am Abend mit dem Beitrag der israelischen Gruppe Ping Pong begonnen. Über 100 Millionen Zuschauer verfolgten den Veranstaltern zufolge das Festival in der Globen Arena an den Bildschirmen. Vertreter von 24 Länder stellen ihre Lieder vor. Stefan Raab und seine Band traten als 15. auf, warfen ihre Hüte in die Arena und stellten "Wadde Hadde Dudde Da" dem begeisterten internationalen Publikum vor.

Die nach Angaben der Veranstalter größte deutsche Schlager-Party fand auf der Expo-Plaza in Hannover statt. Bereits zu Beginn der Übertragung hatten sich über 30.000 Zuschauer versammelt, wie der NDR berichtete. Nach dem Auftritt von Raab in Stockholm soll Schlagerstar Guildo Horn den Besuchern die Zeit bis zur Punktevergabe verkürzen. Horn war vor zwei Jahren mit "Guildo hat Euch lieb" beim Grand Prix Siebter geworden.

In Raabs Heimatstadt Köln verfolgten nach Angaben der Veranstalter rund 1200 Zuschauer das Spektakel in der Großraumdisco "Rhein-Rock-Hallen". Bei der Grand-Prix-Party in der Disco "Columbia Fritz" in Berlin-Kreuzberg wurden 600 Besucher von der Band Knorkator eingestimmt. Die Spandauer Band hatte bereits bei der Grand-Prix-Vorentscheidung für Furore gesorgt. Auch in München fieberten einige hundert Besucher im Freizeitkomplex Kunstpark Ost in der Disco "Babylon" dem Auftritt von Raab entgegen. In Hamburg versammelten sich die Grand-Prix-Fans zu Hunderten auf dem Spielbudenplatz mitten auf der Reeperbahn.

Dem britischen Buchmacher William Hill zufolge Favorit ist die estnische Sängerin Eda-Ines Etti Favoritin für den Sieg in Stockholm. Die 18-jährige konnte jedoch trotz feschem Cowboy-Hut-Outfit nicht so recht mitreißen. Für einen Sieg der Estin gibt es eine Quote von 2,5 zu eins. Raab lag bei dem Buchmacher am Samstagabend auf Rang sieben.

Bisher stellte sich das diesjährige Grand-Prix-Programm trotz großer Abwechslung recht brav dar. Zwischen drögen Balladen aus Malta (Claudette Pace) und der Schweiz (Jane Bogaert) überzeugten bisher lediglich die attraktive russische Sängerin Alsou mit "Solo" und die drei flippigen Norwegerinnen Charmed mit ihrem Popsong "My Heart Goes Boom". "Wadde Hadde Dudde Da" gehörte trotz Blödel-Lyrik zum bis jetzt Knackigsten. Optisch konnten dem deutschen Barden da nur die wild kostümierten Schweden das Wasser reichen. Es bleibt spannend.