Grand Prix "Niveaulose" Vorentscheidung
Besonders empört sei Greim über den Auftritt der Berliner Band Knorkator, berichtet die "Bild am Sonntag". Die Musiker wälzten sich halbnackt auf der Bühne, grunzten und zerschlugen mit einem Baseballschläger ein Keyboard. Aber auch der Siegertitel von Stefan Raab "Wadde Hadde Dudde Da" drücke "wortwörtlich die Sprachlosigkeit und Unfähigkeit aus, gute Unterhaltung zu machen." Der für die Sendung verantwortliche Norddeutsche Rundfunk nahm diese Ankündigung am Sonntag gelassen. "Von einem Krach in der ARD ist uns nichts bekannt", sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke.
Uwe Hübner, Moderator der ZDF-Hitparade, begrüßte dagegen die Veranstaltung, auch wenn sie ein Versagen des Unterhaltungssystems offenbarte: "Das ist wie ein reinigendes Gewitter", sagte er. Die Vorentscheidung habe die Schlagerbranche aufgerüttelt. Man dürfe aber nicht beleidigt sein, vielmehr forderte er: "Jetzt müssen sich alle an einen Tisch setzen und über den deutschen Schlager nachdenken. In ein bis zwei Jahren könnten wir dann wieder zurück sein bei Qualität." Jetzt habe nur die Performance entschieden.
NDR-Unterhaltungschef Jürgen Meier-Beer verteidigte die Veranstaltung in "Bild am Sonntag": "Ich sehe keinen Grund zur Aufregung. Der Grand Prix soll für die gerade aktuelle Musiklandschaft stehen. Die Szene hat sich eben in den vergangenen 30 Jahren verändert. Der deutsche Schlager hatte in der Vergangenheit international nie Erfolg. Warum soll man dann nicht einmal andere Wege gehen?"