Grand-Prix-Vorentscheid: Bohlen hat ausgespielt - DER SPIEGEL
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Grand-Prix-Vorentscheid Bohlen hat ausgespielt

Dieter Bohlen gegen Thomas Anders - ein Duell, von dem Freunde des Boulevard nur träumen konnten. Dass es nicht dazu kommt, liegt an Bohlens Schützlingen, dem rumänischen Duo "Indiggo". Sie scheiterten gestern im Vorentscheid.
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Beim Foto-Shooting mit Dieter Bohlen sorgten sie angeblich noch für "Kicher-Alarm" ("Bild"): Die Zwillingsschwestern Mihalea und Gabriela Modorcea, 20, hatten gut lachen - schließlich wurde ihr Beitrag für den rumänischen Vorentscheid des Grand Prix vom Modern-Talking-Veteranen höchstselbst produziert.

Gestern muss ihnen das Lachen dann vergangen sein: Erst unterlagen sie dem Sänger Mihai Traistariu, der Rumänien am 20. Mai in Athen mit seinem Song "Tornero" vertreten wird. Dann sorgte ihre Mutter für einen Eklat vor laufenden Kameras. Sie bezichtigte die Organisatoren der "Sabotage", weil die Stimmabgabe zugunsten ihrer Töchter per Telefon angeblich nicht funktioniert hatte. Frau Modorcea appellierte sogar an den rumänischen Staatspräsidenten, "Maßnhamen zu ergreifen". Im Gegenzug musste sie sich vom Moderator fragen lassen, ob es wahr sei, dass sie im Vorfeld der Veranstaltung versucht habe, beim Chef des staatlichen Fernsehsenders TVR zu intervenieren, der den Vorentscheid überträgt.

So hat der Grand Prix sein erstes Skandälchen, das Duell Anders gegen Bohlen aber entfällt. Die Popwelt wird es verschmerzen, zumal die viel spannendere Frage ist, ob es die "frischen, unkonventionellen Beiträge"(Welt) wirklich geben wird, die Deutschland den Rang ablaufen könnten. Hierzulande ist die Ausrichtung des Grand-Prix-Vorentscheids umstritten. Kritiker sprechen von Überalterung und Behäbigkeit. Tatsächlich geht mit Thomas Anders, Vicky Leandros und Olli Dittrich nicht gerade die Avantgarde des deutschen Popbusiness ins Rennen. Jüngere Bands wie Juli oder Fettes Brot sind nicht dabei.

Passend zum 50. Jubiläum des Grand Prix verfolgt die ARD einen Retro-Ansatz, der dem Sender selbst vermutlich gute Quoten, Deutschland aber nicht zwangsläufig einen international konkurrenzfähigen Star bescheren wird. Der SPIEGEL hatte zum nostalgischen Konzept die passende Frage für NDR-Unterhaltungschef Jan Schulte-Kellinghaus: "Was passiert nächstes Jahr? Recyclen Sie die Kessler-Zwillinge?"

dan/dpa

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