High On Fire: Luminiferous - Amtlich-Kolumne - DER SPIEGEL
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Amtlich: Es brennt. Es brennt. Es brennnnnt!

Foto: Jimmy Hubbard

Amtlich Es brennt. Es brennt. Es brennnnnt!

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Liebe Amtlich-Freunde und -Hasser, kann man eigentlich auch ohne Alk und Drogen an alte Stoner-Erfolge anknüpfen, quasi "high on emotion" statt "high on dope"? Was Chris de Burgh kann, können High On Fire schon lange. Also: Bis denne!

High On Fire - "Luminiferous"
(Century Media/Universal, erscheint am 19. Juni)

Joey Kelly, Jürgen Todenhöfer und Sophia Thomalla - von denen habe ich nichts zum Thema gelesen. Ansonsten wurde einem der 20. Geburtstag von Christian Krachts Pop-Roman "Faserland" in den letzten Monaten ja mit einer feuilletonistischen Vehemenz so um die Ohren gehauen, dass einem Hören und Sehen erst mal verging. Am Dienstagabend, Rach gucke ich nur bei RTL, war's dann allerdings so weit: Ich habe die 154 Seiten in einem Rutsch durchgelesen, es war erst meine zweite Begegnung mit Kracht nach "Imperium" ("Imperium" finde ich auf die Art gut, wie ich auch Black Metal gut finde). Zurückgelassen wurde ich vor allem: traurig. Aber auch ein bisschen froh, dass am Ende nicht alle im selben Boot sitzen.

Was das mit High On Fire, deren Name mir JEDES MAL, wenn er irgendwo auftaucht, den Refrain von Chris de Burghs "High On Emotion" durch den Kopf jagt, zu tun hat? Nun, auch Gitarrist und Sänger Matt Pike, Chef der Amerikaner, dessen alte, wieder aktive Sludge/Doom-Band Sleep heute größer ist als zu ihren künstlerischen Hochzeiten in den Neunzigerjahren, hat sich seinen Überdruss jahre-, eher jahrzehntelang mit Drinks und Dope und allem, was dazu gehört, erträglich gestaltet - und sich dabei irgendwann, immer kurz bevor es ins Gegenteil umschlug, "larger than life" gefühlt. Man darf das hier so schreiben, denn Pike spricht in Interviews ganz offen darüber, wie auch über seinen durchgestandenen Entzug. Sicher, die Distinktionsmittel waren und sind andere, Bärte statt Barbour, Rickenbacker statt Roederer, aber was spielt das für eine Rolle?

Die spannende Frage ist: Bleiben High On Fire, Protagonisten der Stoner-Szene, auch ohne Alkohol-Wahnsinn und Nach-mir-die-Sintflut-Drogenexzessen relevant, können sie den latenten Wahnsinn, der ihre Platten auszeichnet, konservieren und herüberretten? Schließlich leben sie genau davon und nicht unbedingt von einem auffälligen Signature-Songwriting.

Bereits die erste kurze Beschäftigung mit "Luminiferous" ("lichtspendend" - what else?) gibt Entwarnung, und der Eindruck ändert sich auch nicht mehr: High On Fire klingen auf ihrem siebten Album, dem Nachfolger der 2012er-Platte "De Vermis Mysteriis", schlicht und einfach wie immer.

Das schließt alles Positive mit ein, ein hohes Energie-Level, Riffs, die an rohen Thrash und alten Black Metal erinnern ("Slave The Hive"), wuchtige Grooves, die jeden Moshpit in Verzückung geraten lassen, aber eben auch einen latenten Mangel an zwingenden Hooklines, die gegen "High On Emotion" eine ernsthafte Chance hätten. Gut? Na klar. Super? Na ja. (Gesamtwertung: 7.5)

Anspruch: Meiner? Ich werde als nächstes "1979" lesen. (8)

Artwork: "Luminiferous"? Eher generisch als genial. (6.5)

Aussehen: High On Fire? Anders als Baby-Metal. (7)

Aussage: Es werde Licht! (7.77)


Wertung: Von "0" (absolutes Desaster) bis "10" (absoluter Klassiker)

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High On Fire
Luminiferous

Century Media (Universal Music); 13,99 Euro.