Legendärer Jazzschlagzeuger Jack DeJohnette ist tot
Jazzschlagzeuger Jack Dejohnette, 2016
Foto: Gari Garaialde / Redferns / Getty ImagesDer US-Jazzdrummer Jack DeJohnette ist tot. Er sei am Sonntag im Alter von 83 Jahren im Beisein seiner Frau und engen Freunden in Woodstock im US-Bundesstaat New York gestorben, teilte sein Management der Nachrichtenagentur dpa mit. Auch sein Label ECM bestätigte den Tod des Musikers.
DeJohnette gehörte zu den bedeutendsten Jazz-Schlagzeugern seiner Generation und arbeitete auch als Pianist und Komponist. Die Liste der Künstler und Stars, mit denen er zusammengearbeitet hat, ist beachtlich. Er spielte mit John Coltrane, Bill Evans, Miles Davis, Herbie Hancock, Keith Jarrett und Charles Lloyd – unter anderem Blues, Bebop, Hardbop, Souljazz und Rockjazz.
Jack DeJohnette bei einem Konzert in New York,1985
Foto: Anthony Barboza / Getty ImagesDeJohnette wurde am 9. August 1942 in Chicago geboren. Vom vierten bis zum vierzehnten Lebensjahr spielte er Klavier, bevor er auf der Highschool zum Schlagzeug wechselte und Musik studierte.
Seine Karriere begann 1966 in New York. Er wirkte in dem Ensemble des Jazzsaxophonisten John Coltrane mit, dann spielte er mit dem Quartett von Charles Lloyd, zu dem auch der junge Pianist Keith Jarrett gehörte. Mit ihm und dem Bassisten Gary Peacock gründete DeJohnette in den Achtzigerjahren das berühmte Keith Jarrett Trio.
Zu den wohl bedeutendsten Alben des Trios gehört »Bye Bye Blackbird«, eine Hommage an den 1991 verstorbenen Trompeter Miles Davis. Mit dem Starjazzer nahm er das epochale Album »Bitches Brew« auf, das als die Geburtsstunde des Jazzrocks gilt.
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Ab den Siebzigerjahren war er auch »Hausschlagzeuger« des Labels ECM und nahm zahlreiche Platten auf, wie »Special Edition«, »Song X« und »New Directions« – als Sideman, Leader oder unter eigenem Namen.
Er sei ein Farbenkünstler, sagte der DeJohnette der »taz« einmal in einem Interview. Er trommele »wie ein Maler, der Pastelle, Öl- und Wasserfarben aufträgt«. Und so vermischte und integrierte der Jazz-Freigeist zahlreiche Einflüsse und Klänge. Er näherte sich der E-Gitarre und dem Synthesizer ebenso wie dem New Age und der afrikanischen Musik.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es fälschlicherweise, Jack DeJohnette habe die Alben »Special Edition«, »Song X« und »New Directions« in Münchner Studios aufgenommen. Wir haben den Fehler korrigiert.