Jazzlegende Lionel Hampton is going home
New York - Wie sein Manager Phil Leshin in New York mitteilte, starb Hampton in einem Krankenhaus in Manhattan. Der Vibraphon-Virtuose gilt als einer der größten Jazz-Musiker aller Zeiten. Er spielte im vergangenen Jahrhundert mit allen Großen der Swing-Ära von Louis Armstrong bis Benny Goodman, aus seinem Orchester gingen Musiker wie Charles Mingus, Quincy Jones und Dinah Washingtin hervor.
Hamptons Karriere umspannte mehr als sechs Jahrzehnte. In den 90er Jahren zog er sich wegen Gesundheitsproblemen zurück. Bei einem Wohnungsbrand wurde zudem ein großer Teil seiner Aufzeichnungen von musikalischen Arrangements zerstört.
Sein größter Hit war ´Flying home´
Der am 20. April 1908 in Louisville im US-Staat Kentucky geborene Hampton bildete 1936 mit Teddy Wilson die `schwarze Hälfte" des berühmten Quartetts mit Goodman und Schlagzeuger Gene Krupa, das mit seinen öffentlichen Auftritten eine Rassenschranke überwand: Bis dahin waren schwarze und weiße Musiker kaum zusammen live aufgetreten. Pianist Wilson hatte schon zuvor mit Goodman und Krupa bei Plattenaufnahmen gespielt.
Später wurden Hamptons Bands musikalische Botschafter Amerikas. Seine Musik war melodisch und swingend, aber das Publikum in aller Welt reagierte auch auf seine elektrisierende Persönlichkeit: Das breite Lächeln, die Energie, sein Schwung rissen die Zuhörer einfach mit. Er spielte Vibraphon und Schlagzeug, sang und spielte einen ganz besonderen Klavierstil: Er setzte zwei Finger ein, als ob sie Vibraphon-Stöcke wären. "Als ich ein Junge war, wollte ich immer eine Show machen", sagte er einmal. "Ich mochte es schon immer, Verbeugungen zu machen".
1937 entstand seine bekannteste Komposition, "Flying Home". Er schätzte einmal, dass er das Lied danach ein halbes Jahrhundert lang 300 mal im Jahr bei seinen Konzertreisen gespielt habe. 1985 wurde er von den Vereinten Nationen zum "Musikbotschafter" ernannt.