John Lee Hooker ist tot: Bye-bye, Boogie-Child - DER SPIEGEL
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John Lee Hooker ist tot Bye-bye, Boogie-Child

Die Musiker-Gemeinde trauert. Der legendäre Blues-Gitarrist John Lee Hooker, berühmt durch Klassiker wie "Boogie Chillen" oder "Boom Boom", starb 83-jährig in seinem Haus in Los Altos, Kalifornien.
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San Francisco - Angaben seines Agenten zufolge schlief der berühmte Musiker am Donnerstagabend friedlich und im Kreise seiner Freunde und Verwandten ein. John Lee Hooker, der auf eine mehr als 60-jährige Karriere als Musiker zurückblickte, spielte mehr als hundert Alben ein. Zu seinen berühmtesten Songs zählen "Boogie Chillen", "Boom Boom" und "I'm In The Mood". Hooker erhielt im vergangenen Jahr einen Grammy für sein Lebenswerk.

Der Sohn eines Kleinbauern aus dem Staat Mississippi, geboren am 17. August 1917, begeisterte durch seinen ungekünstelten Sound und seinen wilden Stil. Trotz seiner Konstanz blieb er unberechenbar. Hooker, der 1991 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, beeinflusste eine ganze Reihe von Rockmusikern ebenso wie Bluessänger - darunter Van Morrison, die Rolling Stones, Eric Clapton, Bruce Springsteen und ZZ Top.

Carlos Santana erklärte, es gebe keine Worte, um seinen Verlust auszudrücken. "Wir alle fühlen Dankbarkeit, Respekt, Bewunderung und Liebe für seinen Geist." Die Zusammenarbeit mit Hooker für das Album "The Healer" sei für ihn ein unvergessliches Erlebnis gewesen. Ein Sprecher der Plattenfirma Virgin Records sagte, Hooker habe eine neue Platte geplant.

"Die Leute sagen, dass ich ein Genie bin, aber ich bin mir da nicht so sicher", gab sich Hooker auch nach der Festigung seines Erfolgs noch bescheiden. Hookers Zauber aber reicht weit zurück. Im Alter von 14 Jahren lief er von zu Hause fort. Nach Wanderjahren in den gesamten USA ließ er sich um 1947 in Detroit nieder, wo er tagsüber als Hausmeister arbeitete und nachts Blues spielte. 1948 unterzeichnete er seinen ersten Plattenvertrag und landete bald mit "Boogie Chillen" den ersten Millionenerfolg.

Die englischen Jugendlichen aus Claptons Generation waren es dann, die Hooker Anfang der sechziger Jahre wiederentdeckten. Die damals noch unbekannten Rolling Stones begleiteten ihn 1961 auf seiner Europa-Tour. Bands wie die Yardbirds und John Mayall's Bluesbrakers griffen den Sound des Bluesmusikers aus dem Mississippi-Delta auf, Mayalls Band unterstützte Hooker auf dessen England-Tournee 1964.

Dem Touren blieb Hooker über die Jahre treu, mit den Plattenaufnahmen machte er Ende der siebziger Jahre erst einmal Pause. 1980 spielte er einen Straßenmusiker in dem Film "Blues Brothers", seine Musik war auch ein Teil des Films "Die Farbe Lila" von Steven Spielberg. Erst 1990 erschien mit "The Healer" wieder ein Album, das von Kritikern hoch gelobt wurde und sich über eine Million Mal verkaufte. Hooker erhielt mit einem Duett mit Bonnie Raitt dafür seinen ersten Grammy. Mehrere weitere Alben folgten, darunter "Chill Out" zum 75. Geburtstag des Musikers.

Er lebte zuletzt in Los Altos und Long Beach in Kalifornien. Gelegentlich trat Hooker bei Wohltätigkeitsveranstaltungen auf und tauchte überraschend in kleinen Clubs auf. "Worauf ich am meisten stolz bin? Gute Frage", sagte Hooker einmal. "Da gibt es viele Dinge. Ich bin stolz darauf, dass ich berühmt bin. Ich bin stolz darauf, dass ich Menschen mag und dass die Leute mich mögen."

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