Finanzklemme Erzwingungshaftbefehl gegen Starpianist Justus Frantz
Dirigent Justus Frantz
Foto: Daniel Reinhardt/ picture alliance/dpaDer Pianist und Dirigent Justus Frantz, 74, steckt in Nöten. Eine Richterin des Landgerichts Hamburg hat nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL einen Haftbefehl gegen Frantz erlassen, um ihn zu einer Vermögensauskunft zu zwingen. Damit quittierte das Gericht, dass der Musiker im September 2018 nicht zu einem Termin erschienen war, bei dem er die Vermögensauskunft - besser bekannt als Offenbarungseid - für die von ihm kurz zuvor noch geführte World Peace Philharmonia of the Nations GmbH abgeben sollte. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+ .)
Wie erst jetzt bekannt wird, musste die Firma im Oktober 2018 Antrag auf Insolvenz stellen; sie lenkt die Geschäfte der Philharmonie der Nationen, in der Musiker aus verschiedenen Ländern unter der Leitung von Frantz spielen. Frantz hatte ihre Geschäftsführung nur Tage vor dem Insolvenzantrag abgegeben und einem Unternehmer aus dem thüringischen Stadtilm übertragen, der schon mehrfach Firmen in die Insolvenz geleitet hat.
Hintergrund der Finanzprobleme sind laut SPIEGEL unter anderem Gagen, auf die ein litauischer Staatschor bis heute wartet. Der Manager des Chores hatte nach Auftritten im Januar 2018 mit der Philharmonie der Nationen in Bielefeld und Wuppertal vergebens versucht, Frantz oder Personen aus dessen Umfeld zur Zahlung zu bringen. Schließlich erwirkte er einen gerichtlichen Zahlungstitel gegen die World Peace GmbH.
Der Haftbefehl gegen Frantz ist wegen der Insolvenz der Gesellschaft zwar zurzeit außer Vollzug gesetzt, aber nicht aufgehoben. Anwälte von Frantz waren mit zwei Beschwerden gegen den Haftbefehl gescheitert. Frantz bleibe "auch nach seiner Abberufung (als Geschäftsführer, Red.) offenbarungspflichtig ", so die Richter. Frantz selbst sieht sich als Opfer eines früheren Partners, der zugesagt habe, die Konzerte zu finanzieren. Dieser habe das Geld aber nicht beigebracht. Er, Frantz, habe deshalb hohe Summen aus seinem Privatvermögen zuschießen müssen.
Der Partner, ein Unternehmer aus Halle an der Saale, teilte mit, dass eine russische Firma eine Sponsorenzusage nicht eingehalten habe. Auch er selbst habe Geld verloren.