"Modern Milestones" (Berlin Classics)
Drei Cellosonaten, dreimal Abschied von der Romantik: Claude Debussys Spätwerk von 1915 beginnt schwermütig und endet singend, Sergej Prokofjew blickt 1949 melodisch zurück und motorisch nach vorn, und Benjamin Britten zieht 1961 kaleidoskopische Bilanz. Claudio Bohórquez, Meisterschüler von Boris Pergamenschikow, und Markus Groh verwandeln die Noten in magisch transparente Klänge.
Antonio Caldara: "Kantaten, Sonaten und Arien" (Ramée)
Mit dieser Aufnahme seines jungen Labels für Alte Musik präsentiert Rainer Arndt eine besondere Entdeckung: Musik für das Pantaleon, ein bis zu drei Meter langes, saitenbespanntes und mit Hämmerchen traktiertes Hackbrett. Zum silbrigen Sound passt vorzüglich der Altus von Jürgen Banholzer, der die spätbarocken Seelentöne lebendig-intim werden lässt.
Iannis Xenakis: "Musik für Streicher" (Mode)
Mit Getrommel und Geheule schockte der Grieche Xenakis (1922 bi) immer wieder die Avantgarde-Szene. Hier aber zeigt der Feind der Zwölftönerei vor allem seine Präzision. Von schlitternden Glissandi in "Syrmos" (1959) bis zu orgelnden Dissonanz-Clustern in "Voile" (1995) und dem satt gepinselten Streichsextett-Stück "Ittidra" (1996) spielt das fabelhafte Ensemble Resonanz dabei sein Können aus.
Joseph Eybler: "Symphonien 1 und 2, Ouvertüre" (cpo)
Mozarts Requiem vollenden, wie die Witwe es ihm antrug, wollte der Albrechtsberger-Schüler nicht. So war Eybler (1765 bi) bald vergessen. Dabei brauchen seine beiden Symphonien sich vor Haydn oder Mozart nicht zu verstecken. Mit dieser schönen Hybrid-SACD bereichert das Genfer Kammerorchester unter Michael Hofstetter das Klassik-Repertoire.
Strauss/Ligeti/Mozart: "Orchesterwerke" (Dreyer.Gaido)
Besitzer einer DTS-Surround-Anlage können dank der beiliegenden Extra-Disc in das machtvolle "Also sprach Zarathustra" mit 64 Streichern, Ligetis "Atmosphères" mit ihren bis zu 87 Stimmen und Mozarts Jupiter-Symphonie geradezu eintauchen. Aber schon die reguläre CD zeigt die Stuttgarter Philharmoniker unter Leitung von Gabriel Feltz in beachtlicher Form.
Franz Schubert: "Sämtliche Lieder" (Hyperion)
Ein Zentralmassiv der jüngeren Plattengeschichte wird neu zugänglich: Die legendäre Gesamtaufnahme aller Schubert-Lieder, vom Klavierbegleiter Graham Johnson mit immensem Können und bewundernswerter Sorgfalt zwischen 1987 und 1999 verwirklicht, dokumentiert zwei Generationen großer Sänger. Nun ist das Monument lebendiger Tradition als günstige Box wieder greifbar, angereichert um drei CDs mit den Liedern von Zeitgenossen und ein Buch mit allen Texten.