Künstler gegen Schulden "e-push" von Bono
Dem 39-jährigen Sänger und anderen Musikern wie Thom Yorke (Radiohead) oder Lauryn Hill geht es um die Einlösung eines Versprechens. Schon seit Monaten unterstützt Bono die Londoner Organisation Jubilee 2000, deren Ziel es ist, die seit Juni 1999 geplante Schuldentilgung in Höhe von 100 Milliarden Dollar für die ärmsten Länder der Welt durchzusetzen. Zwar haben Länder wie Frankreich, die USA und Deutschland schon weiderholt ihre Bereitschaft zum Erlass signalisiert, doch mangelte es bisher weitgehend an praktischer Umsetzung der Bekundungen.
Die am vergangenen Freitag gestartete E-Mail-Aktion soll dem Anliegen der wohltätigen Organisation beim G7-Gipfeltreffen der reichsten Wirtschaftsnationen vom 21. bis 23. Juli in Okinawa noch mehr Gewicht verleihen.
Die Nachricht von Bono liest sich wie folgt:
Hi, Bono here.
How's things? I believe the leaders of the richest nations want to drop the debt. But they seem stuck. They need a big virtual e-push NOW. Please do this action and forward to your friends.
Jeder, der die Mail bekommt, die übrigens den Titel "Drop the Debt at the Okinawa Summit" trägt, wird darin einen Link finden, der auf die eigens eingerichtete Seite www.dropthedebt.org verweist. Dort kann man sich per E-Mail-Adresse registrieren lassen. Die eigene Nachricht wird dann von Jubilee 2000 an die Regierungen der G7-Teilnehmer weitergeleitet, behaupten die Organisatoren auf ihrer Homepage.
Das Engagement des U2-Sängers für die Belange der Entwicklungsländer reicht bis ins Jahr 1985 zurück, als sich die Band am inzwischen legendären Live-Aid-Konzert beteiligte. Kurz darauf verbrachte Bono zusammen mit seiner Frau Ali einen Monat lang in einem Hilfslager in Äthiopien und kümmerte sich um sterbende Kinder. Auch mit dem Uno-Botschafter Richard Holbrooke traf sich der irische Musiker unlängst, um mit ihm über die Schuldentilgung zu reden. Keine Skrupel also, wenn's Post vom Superstar gibt.