Latin Grammy Awards Spanier an der Spitze
Alejandro Sanz hatte schon im vergangenen Jahr die Preisverleihung für die beste lateinamerikanische Musik dominiert. In diesem Jahr gewann er den Award für das beste Album für seine CD "MTV Unplugged" und sein "Y Solo Se Ocurre Amarte" wurde zum Song und zur Platte des Jahres gekürt. Insgesamt wurden bei der rauschenden Feier im Kodak Theatre in Los Angeles Preise in 40 verschiedenen Kategorien vergeben.
Um sich für die Latin Grammies zu qualifizieren, muss ein Album zu mindestens 51 Prozent in spanisch oder portugiesisch gesungen sein. Bei der Zeremonie, die von den Latino-Stars Gloria Estefan und Jimmy Smits moderiert wurde, wechselten die Künstler zwischen spanisch und englisch. Als die kolumbianische Popsängerin Shakira ihren Grammy für das beste Video entgegen nahm, sagte sie in Englisch zum Publikum: "Entschuldigt, aber ich muss mit meinen Leuten spanisch reden." Sie bekam den Preis für ihr Video zum Song "Suerte", der spanischen Version ihres internationalen Hits "Wherever, Whenever".
Der ebenfalls kolumbianische Sänger Carlos Vives bekam nach sechs Nominierungen zwei Awards für das beste zeitgemäße tropische Album und den besten tropischen Song. In seiner Dankesrede sagte er, die Latin Grammies würden beweisen, wie beliebt lateinamerikanische Musik auf der Welt geworden sei. "Musik hat es geschafft, Barrieren zu brechen", so Vives. "Sie hat es geschafft, dass die Sprache in den Songs nicht mehr das wichtigste, sondern nur noch ein Anteil daran ist."
Die Verleihung war überschattet von einer politischen Kontroverse. Nach einem Bericht der BBC hat Kuba der amerikanischen Regierung vorgeworfen, 22 nominierten kubanischen Stars keine Visa bewilligt zu haben. Das USA habe sich noch nicht zu diesem Vorwurf geäußert. Unter den betroffenen Musikern waren der Jazz-Pianist Chucho Valdes, Mitglieder der Gruppe Sintesis, der Gitarist Rey Guerra und der Rapper X Alfonso. Valdes konnte daher seinen Grammy für das beste instrumentale Popalbum nicht entgegennehmen.
Die ersten Latin Grammy Awards mussten im Jahr 2000 von Miami nach Los Angeles umziehen, nachdem die Kommunalverwaltung versucht hatte, kubanische Musiker von der Veranstaltung auszuschließen. Im vergangenen Jahr war die Verleihung für den 11. September geplant, wurde aber wegen der Terroranschläge abgesagt und später durch ein Charity-Konzert begleitet. Obwohl die Zeremonie 2001 in Miami stattfand, zog sie nach einem Streit über eine Demonstration von Castro-Gegner in diesem Jahr erneut nach Los Angeles.