"Mama Africa" Miriam Makeba ist tot
Johannesburg - Die mit dem Hit "Pata Pata" weltberühmt gewordene einstige Anti-Apartheid-Aktivistin Miriam Makeba starb in einer Klinik in Süditalien im Alter von 76 Jahren an einem Herzinfarkt. Ihr Manager bestätigte am Montagmorgen entsprechende Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Obwohl sie bereits seit längerem an schwerer Arthritis litt, hatte sie noch mit einem ihrer Enkel an einem neuen Album gearbeitet. Die Nachricht sorgte für Schock und Trauer in Südafrika.
Der Sprecher des Kunst- und Kulturministerums Sandile Memela trauerte um den Tod der "internationalen Ikone": "Es ist ein monumentaler Verlust nicht nur für die südafrikanische Gesellschaft, sondern für die Menschheit", sagte er. In morgendlichen Radiotalkshows in ganz Südafrika wurde Makeba Tribut gezollt.
Die in ihrer Heimat respektvoll "Mama Africa" genannte Künstlerin hatte sich und ihre Lieder stets in den Dienst von Freiheit, Gerechtigkeit und Völkerverständigung gestellt. Von 1976 an bis zum Ende der Apartheid wurden ihre Lieder nicht mehr im südafrikanischen Radio gespielt. Ihr Kampf gegen Unrecht und Rassentrennung in ihrer Heimat brachte der Schauspielerin, Autorin und Komponistin Auszeichnungen und Ehrungen aus aller Welt ein, unter anderem die Otto-Hahn-Friedensmedaille der Vereinten Nationen.
Im Jazz der fünfziger Jahre groß geworden, schaffte die Künstlerin ihren Durchbruch in den USA. Die Sängerin begeisterte mit einer Mischung aus Jazz, Protest und Folklore. 1960 durfte sie wegen ihres öffentlichen Engagements nach einem Auslandsaufenthalt nicht wieder nach Südafrika zurück. Sie blieb in London, wo Harry Belafonte von ihrer kraftvollen Stimme und ihrem Talent beeindruckt war und ihr später in den USA viele Türen öffnete. Beide traten auch zusammen auf. Sieben Jahre nach dem Beginn ihres Exils landete sie mit "Pata Pata" einen Welthit.
Doch als sie den "Black Power"-Aktivisten Stokely Carmichael 1968 heiratete, war es mit dem Wohlwollen ihres Gastlandes vorbei und sie musste die USA verlassen. Sie ging nach Guinea, wo sie mit allen Ehren empfangen wurde und auch einen Diplomatenpass erhielt. Doch aus dem Exil nach Hause zurück durfte sie erst wieder 1990, als die Apartheid zu bröckeln begann und Nelson Mandela sie zurückholte.
ely/AP/dpa/afp