Mariah Carey: Ende der Pechsträhne? - DER SPIEGEL
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Mariah Carey Ende der Pechsträhne?

Es scheint aufwärts zu gehen mit der glücklosen Pop-Diva Mariah Carey. Gleich mehrere große Plattenfirmen scheinen Interesse zu haben, die Sängerin unter Vertrag zu nehmen. Auch für ihre Kino-Experimente erntet sie nicht mehr nur Buhrufe.
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Los Angeles - Nach dem Bruch mit dem britischen Musikkonzern EMI befindet sich Mariah Carey, 32, offenbar in Vertragsverhandlungen mit mehreren Plattenfirmen. Drei bis vier große Platten-Labels seien sehr an einem Abschluss interessiert, hieß es am Donnerstag in Los Angeles. "Mariah ist eine geschickte Geschäftsfrau und nimmt sich Zeit, bevor sie eine Entscheidung trifft", sagte eine Sprecherin der Pop-Diva.

Als wenn sie es sich aussuchen könnte: "Glitter", das letzte Album der erfolgreichsten Solo-Künstlerin der neunziger Jahre, war gnadenlos gefloppt, auch der gleichnamige Film, in dem Carey ihr Leinwand-Debüt gab, wurde mit Hohn und Spott übergossen und verrissen. Grund genug für den angeschlagenen EMI-Konzern, der sich den vermeintlichen Goldesel Carey erst kurz zuvor mit einem millionenschweren Vertrag gesichert hatte, sich mit einer einmaligen Abfindungszahlung schnell und unkompliziert von der erfolglosen Diva zu trennen.

Doch das neue Jahr scheint Besserung zu bringen für die Sängerin, die im Spätsommer 2001, kurz vor dem Kinostart von "Glitter", zu allem Unglück auch noch einen Nervenzusammenbruch erlitt und sich in psychiatrische Behandlung begeben musste. Das Interesse der Plattenfirmen signalisiert einen vagen Hoffnungsschimmer für ein Ende der Karrieretalsohle, doch muss Carey damit rechnen, für ihren neuen Vertrag wesentlich weniger Geld zu bekommen, als EMI damals gezahlt hatte. Dem britischen Unternehmen soll der damalige Abschluss im April 2001 knapp 100 Millionen Dollar wert gewesen sein.

Die Plattenfirmen geben sich derweil noch ein bisschen zugeknöpft: Lediglich der US-Direktor von Universal Music, Doug Morris, bestätigte Verhandlungen seines Unternehmens mit Carey. "Wir versuchen, sie unter Vertrag zu nehmen", sagte Morris gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Gerüchten zufolge gab es bereits vor Monaten Gespräche zwischen Carey und dem New Yorker R&B-Label Def Jam, einer Tochterfirma von Universal. Auch die zu AOL Time Warner gehörenden Firmen Elektra und Warner Brothers sowie die Plattenfirma J Records (BMG Entertainment) sollen an der Produktion von Careys zukünftigen Platten interessiert sein. Warner und J Records wollten sich jedoch nicht über mögliche Verhandlungen äußern.

Auch in Mariah Careys Kino-Karriere scheint es langsam aufwärts zu gehen. Für ihre Rolle in "Wisegirls" erntete sie das Lob der US-Fachzeitschrift "Variety": Carey beweise Charme und entspannte Souveränität, schrieb das Blatt. In dem Krimi-Drama spielt die Sängerin neben Mira Sorvino eine Kellnerin, die in Mafia-Geschäfte verstrickt wird. Eine Rolle, die ihr tatsächlich liegen dürfte. Sony-Boss Tommy Mottola, Careys späterer Ehemann, entdeckte das Gesangstalent 1988 in einem Café, wo die damals 18-Jährige jobbte - als Kellnerin.