"Lars Vogt spielt Klaviersonaten und Fantasien" (EMI Classics)
Was macht Mozart zu Mozart? Kein Forscher kann es erklären, und auch Musikern fehlt ein Rezept, den idealen Ton zu treffen. Aber Lars Vogt trifft ihn einfach, und dabei wird selbst Altbekanntes zur Entdeckung. Fabelhaft konzentriert und mit nuanciertestem Anschlag entfaltet er weite Landschaften der Empfindung zwischen Abgründen und Gipfelmomenten. Geheimtipp: das phänomenale Adagio h-moll.
"Carl Seemann spielt Werke für Klavier" (Deutsche Grammophon)
Es war einmal eine Zeit, da spielte man Mozart perlend leicht und doch mit tiefem existentiellem Ernst. Von 1952 bi hat Carl Seemann, der große Nachkriegspurist, fast alle Klavierwerke aufgenommen. Heute wirkt sein Zugriff oft erstaunlich nüchtern. Aber ein historisch geschultes Ohr spürt, wie hier einer beharrlich nach dem unzerstörbaren Kern des Humanen sucht. Kenner jedenfalls werden die sechs CDs mit Mono-Einspielungen nur begrüßen.
"Frühe Streichquartette" (Harmonia Mundi)
Noch eine Neuproduktion jenseits der gedenktäglichen Routine: Die vier jungen Könner vom aufstrebenden Cuarteto Casals nehmen die bi entstandenen Werke genauso ernst wie alles Spätere und zeichnen so ein überzeugendes Porträt des emsigen Ton-Teens, der auf seine Leistungen stolz sein durfte. Das dürfen seine vier Neubeleber nun auch, gemeinsam mit ihrem sensiblen Produzenten Miquel Roger y Pere Casas.
"Serenaden für Bläserensemble" (EMI Classics)
Spielmusik kann so schön sein. Aber sie verlangt, gerade bei Mozart, besonders sichere Technik. Die Bläsertruppe der Berliner Philharmoniker ist da ein Glücksfall: Souverän, humorvoll (und im Adagio wunderbar versonnen) machen die 13 Virtuosen die "Gran Partita" KV 361 zum instrumentalen Fest und setzen mit der perfekten Klangbalance in der Es-Dur-Serenade KV 375 noch eins drauf - eine gelungene Jubiläums-Gala.