München Neues Konzerthaus hat endlich einen Standort
Werksviertel am Münchner Ostbahnhof: Heimat für den neuen Musiksaal
Foto: Matthias Balk/ dpaDie Entscheidung für den Standort des neuen Münchner Musiksaals ist endlich gefallen: Das neue Konzerthaus soll nach dem Willen des bayerischen Kabinetts im Osten der Stadt gebaut werden. Der Ministerrat einigte sich am Dienstag auf das Werksviertel am Ostbahnhof als künftigen Standort. "Das ist jetzt eine Grundsatzentscheidung, die die Staatsregierung getroffen hat", sagte Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) und sprach von einer wichtigen Entscheidung für die Musikstadt München. "Es wird ein Steigflug möglich sein, und zwar nach oben." Im neuen Saal solle es "klassische Musik auf Weltniveau" geben.
Ein Grund für die Entscheidung sei "die zeitliche Verfügbarkeit mit einer möglichen Inbetriebnahme bis Ende 2021", teilte die Staatskanzlei mit. Eine "Erbpachtlösung" soll es geben, sagte Spaenle nach der Kabinettssitzung. Über einen Zeitraum von 50 Jahren werde das 30 Millionen Euro kosten, Bauherr ist die Staatsregierung.
So soll das Konzerthaus in das Werksviertel eingebunden werden
Foto: Steidle ArchitektenDer Bau im Münchner Osten auf dem Gelände einer ehemaligen Knödelfabrik berge ein geringeres finanzielles Risiko als ein Bau im Westen der Stadt auf dem Gelände einer alten Paketposthalle an der Friedenheimer Brücke, hieß es. Die beiden Alternativen hatten zur Wahl gestanden, ein Votum für das Werksviertel war im Vorfeld erwartet worden. Der neue Konzertsaal, um den seit Jahren gerungen wird, soll vor allem dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BR) eine Heimat geben.
Mariss Jansons, Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters, zeigte sich erleichtert: "Nach so vielen Jahren der Gespräche und mancher Enttäuschung, aber auch der nie aufgegebenen Hoffnung, freue ich mich sehr, dass die Entscheidung für einen neuen Konzertsaal in München gefallen ist!" Auch BR-Intendant Ulrich Wilhelm kommentierte die Entscheidung wohlwollend: "Der Bayerische Rundfunk begrüßt, dass die Bayerische Staatsregierung eine klare und nachvollziehbare Standortentscheidung getroffen hat."
Wilhelm versprach außerdem, dass der Sender die "Kraft seiner Programme" nutzen werde, "um durch zusätzliche, innovative Programmangebote klassische Musik an ein noch breiteres Publikum heranzuführen".