Musikwirtschaft Labels hoffen auf Sarkozy
London - Unter dem Strich stehe ein Minus von etwa 10 Prozent, schätzte der Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) die Verluste der globalen Musikwirtschaft für das Jahr 2007. In dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht heißt es, das Geschäft mit CD-Alben auf dem weltweit größten Musikmarkt USA sei um 15 Prozent gesunken, in Großbritannien immerhin noch um 10 Prozent. Gleichzeitig seien die digitalen Verkäufe um 40 Prozent in die Höhe geschossen, auf 2,9 Milliarden US-Dollar Umsatz (rund 1,98 Millionen Euro).
Um aber den Einbruch beim physischen Tonträgermarkt zu stoppen, hätte es dennoch nicht gereicht. Die IFPI gibt den Musikpiraten die Schuld. Auf einen legalen Download kämen zwanzig illegale, sagte die IFPI. Ihr Vorsitzender John Kennedy schoss in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters gegen die Internet-Dienstanbieter. Vielen von ihnen hätten sich geweigert, härter gegen Musikpiraterie vorzugehen, sagte Kennedy. Daher sei er nun froh über politische Unterstützung.
Die erwartet Kennedy von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Dieser hatte angekündigt, das Urheberrecht besser schützen zu wollen und möglicherweise Menschen den Zugang zum Internet zu verwehren, wenn diese durch häufiges, illegales Downloaden aufgefallen seien. Kennedy: "Es ist schwer, Vorreiter in diesem Kampf zu gewinnen. Aber die französische Regierung hat verstanden, wie wichtig die Musikindustrie für die französische Wirtschaft und Kultur im allgemeinen ist."
Vielleicht macht aber auch ein Blick in die Vergangenheit Hoffnung. Die Digitalverkäufe haben 2007 immerhin einen geschätzten Anteil von 15 Prozent am gesamten Musikmarkt ausgemacht. 2003 lagen sie noch bei null Prozent.
cc/Reuters