Pop!: Mach's Dir doch selber, Fan! - DER SPIEGEL
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Pop-Nachrichten: Aushilfe gesucht!

Foto: Jason Merritt/ Getty Images

Pop! Mach's Dir doch selber, Fan!

Zum Ärger ihrer Plattenfirma wollten MGMT ihrem Publikum Konzertmitschnitte erlauben. Mehr Nähe zum Fan sucht auch das Trio Le Tigre und bietet einen Minijob für die Gestaltung ihrer Website an. Überhaupt Arbeit: Die Popwelt hat spannende Engagements zu vergeben!
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Heiße Ware
Die beiden amerikanischen Hipster Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser treiben ihre zuständige Plattenfirma Sony zur Verzweiflung: Erst ließen sie auf ein Debütalbum mit Hits wie "Kids" eine versponnene Kunstplatte folgen, nun sabotieren sie ihr Copyright. Vor gut einer Woche war auf der MGMT-Website zu lesen, dass "Audio-Mitschnitte der Konzerte erlaubt" seien. Eine Aufforderung, die flugs wieder entfernt wurde, weil vermutlich einige Plattenfirmen-Manager hinter den Kulissen durchdrehten. Denn private Mitschnitte von Konzerten sind eigentlich illegal.

In ihrer inzwischen gelöschten Meldung kündigten MGMT an, bei jedem Konzert in der Nähe des Mischpults einen speziellen Bereich einzurichten, in dem die Akustik für Mitschnitte am besten ist. Es wurde nur darum gebeten, die Aufnahmegeräte, mit Rücksicht auf andere Konzertbesucher, nicht über den Kopf zu halten.

Neu ist diese Idee nicht, im Gegenteil. Die ersten bekannten Musiker, die Konzertmitschnitte erlaubten, sogar förderten, waren die legendären Hippies The Grateful Dead. Verboten war da nur die kommerzielle Nutzung der Liveaufnahmen.

Sogenannte Bootlegs gibt es seit den sechziger Jahren. Das sind unautorisierte Musikaufnahmen, meistens Konzerte, manchmal Überbleibsel aus dem Studio. So fand bereits sehr viel inoffizielle Musik der Beatles, Rolling Stones, von Pink Floyd, Bob Dylan, Neil Young, ja eigentlich wohl von allen, die in der Musikwelt Rang und Namen haben, ein neugieriges Publikum. Spannend ist daran nicht der Umstand des Verbotenen, sondern oft tatsächlich die Musik. Denn gerade wenn Künstler sich unbeobachtet fühlen, kein Publikum im Kopf haben, tun sie die erstaunlichsten Dinge.

Früher wurden solche Bootlegs unterm Plattenladen-Tresen oder auf Sammlerbörsen für oft unverschämt viel Geld gehandelt. Das hat sich radikal geändert: Heute sind alle diese Aufnahmen ohne allzu viel Mühe kostenfrei im Internet zu finden, in Chaträumen von Fanseiten oder in Blogs. Dazu kommt, dass Konzertmitschnitte heutzutage ein Kinderspiel sind. Mussten einst aufwendige Bandmaschinen in die Konzerthallen geschmuggelt werden, kann mittlerweile fast jedes Smartphone als digitales Aufnahmegerät genutzt werden.

Natürlich ist das illegal. Aber Verbote sind letztlich realitätsfremd. Außerdem illustriert die Summe solcher Mitschnitte den Marktwert eines Künstlers, verschafft ihm eine Aura des Besonderen. Viele Musiker reagierten bereits souverän. So wie Pearl Jam, Peter Gabriel, die Pixies oder The Who, die hübsch verpackt Mitschnitte ihrer Tourneen über ihre Webseiten zum Kauf anboten.

Natürlich sollte die Musik auch interessant sein. Was MGMT angeht, kommentierte einer ihrer Fans online: "Ich liebe MGMT, aber ihre Konzerte sind wirklich öde. Warum sollte man das aufnehmen wollen?"

Des Königs alte Platten
Was hat seine Hoheit eigentlich daheim gehört, wenn er in Graceland abgeschottet Entspannung suchte? Ein Satz von 26 Platten aus Elvis Presleys Privatsammlung kommt nun unter den Hammer. Dabei Tonträger von Ray Charles, Sammy Davis Jr. und Fats Domino. Presley lieh die Platten 1968 seinem langjährigen Gitarristen Scotty Moore und vergaß sie. Nachdem das Vinyl mehr als vier Jahrzehnte in Moores Studio in Nashville Staub ansetzte, wird es nun verkauft. Erwarteter Preis: 187.500 Dollar!

Aushilfsjobber von Le Tigre gesucht
Noch nichts vor in den Sommerferien? Lust auf Amerika und Indie-Rock? Dann sind Sie der perfekte Kandidat für ein Praktikum bei Le Tigre. Das hippe Trio sucht nach geeigneten Menschen, die ihnen ein wenig zur Hand gehen. Wo? New York. Wann? Juni bis August. 10 bis 15 Stunden pro Woche. Die Aufgaben beinhalten Internet-Recherche, Pflege der Band-Website  und andere tolle Herausforderungen.

Sie wollen lieber eine Festanstellung? Wollen (und können!) im Studio mit an den Knöpfen drehen, wenn für "A-Liga Sänger und Musiker" Hitparaden-Renner programmiert werden? Dann auf nach Los Angeles, dort bietet Dr. Luke Interessenten die Chance, an seiner Seite in der Champions League des Pop mitzumischen.

Kennen Sie nicht? Der Doctor heißt eigentlich Lukasz Gottwald und ist ein enorm erfolgreicher Produzent und Songwriter. Zu seinen zahlreichen Mega-Bestsellern zählen Kate Perrys "I kissed a Girl" und Ke$has "Tik Tok". Weitere Klienten: Pink, Britney Spears, Miley Cyrus, Santana. Dieser Hitparaden-Zauberer sucht nun via Kleinanzeige einen "Technischen Assistenten" unter folgender Website .

Good Luck!