Pop: Neue CDs - DER SPIEGEL
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Pop Neue CDs

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stephen Duffy: "I Love My Friends" (Cooking Vinyl)

Dieser Barde kam noch - recht überraschend - mit einiger Verspätung dank Robbie Williams zu Ruhm und Reichtum. So werden nun viele seiner Platten, für die sich bei Erscheinen kaum einer interessierte, frisch überarbeitet erneut in die Läden gestellt. Dieses hervorragende Werk verstaubte 1998 bei den Händlern. Es gehört zu seinen Meisterwerken: voll mit herrlich britischem Gitarren-Pop. Nun wurde es aufgestockt mit sieben ebenso schönen Songs plus Booklet mit Kommentar des Künstlers.

Pattie Smith: "Horses" (Sony BMG)

Am 25. Juni des vergangenen Jahres trat die Amerikanerin, die gern Rock'n'Roll-Poetin genannt wird, in der Londoner Royal Festival Hall auf, um ihr Meisterwerk, das Album "Horses", anlässlich de. Veröffentlichungsjubiläums komplett aufzuführen. In der Band die coolen Veteranen von einst wie Lenny Kaye und, als Bonus, Flea von den Red Hot Chili Peppers. Das Resultat ist tatsächlich so toll, wie man kaum zu hoffen wagte, und nun plus dem Original auf einer Doppel-CD zu bestaunen.

Copenhagen: "Sweet Dreams ..." (Flower Shop Recordings). Ab 3.2.

Diese Platte sieht genauso aus, wie sie klingt: Auf dem neblig blaugrauen Grund der Hülle hat eine schwarz hingepinselte Frau ihren Kopf in die Armbeuge gebettet - die Augen geschlossen. So gepflegt kunstvoll, melancholisch sind auch die Lieder dieser Band. Selbst der Name der kleinen Plattenfirma ist herrlich: Flower Shop Recordings. Der Besitzer Robin Proper-Sheppard ist ein Fachmann für schöne Tristesse, wie er mit seiner Band Sophia bewiesen hat.

Au Revoir Simone: "Verses of Comfort, Assurance & Salvation" (V2)

In New York explodieren immer noch die Preise für Wohn- und Arbeitsraum. So erstaunt es nicht, dass dieses in Brooklyn ansässige Damentrio sein wunderbares Debüt-Album in einer umgebauten Kellerduschkabine einspielte. Viel Aufwand wurde aber ohnehin nicht betrieben. Sanft ploppen da die Elektrobeats zu allerliebsten Melodien und Texten über Jungs und Disco. Liebhaber von Stereolab und Lali Puna werden sich freuen.

Alif Tree: "French Cuisine" (Compost Records). Ab 6.2.

Wieder eine exquisite Caffè-Latte-Schlürf-Wohlfühl-Elektro-Platte, aber, zum Glück, eine gelungene. Dafür hat dieser Franzose Samples der schönen Stimmen von Nina Simone, Shirley Horn und anderen Legenden mit Melodiefetzen von Großmeistern wie Michelle Legrand sehr behutsam und geschmackvoll zusammengemischt. Seine Arbeit stellt Tree unter das Motto "ein Hoch auf die französische Lebensart". Demnächst sollen passende Kochrezepte auf seiner Homepage folgen.

Diverse: "Culture Club Vol. 4" (News)

Jeder schnieke Club, der was auf sich hält, muss irgendwann mal eine CD oder besser eine Reihe mit seinem "Soundtrack" unters Volk bringen - zusammengestellt von verdienten Plattenauflegern des Hauses. Dieser Laden, der sich wie die alte Band von Boy George nennt, ist in Belgien beheimatet und einigermaßen hip. Auf dieser rasanten Doppel-CD verschmelzen Profis, die sich Starski & Tonic und TLP nennen, jedenfalls sehr lässig diverse House- und Elektro-Reißer mit Oldies von Donna Summer, Diana Ross und Michael Sembello.