William Orbit: "Hello Waveforms" (Sanctuary)
Er gehört zu den abenteuerlustigsten Musikern, die Großbritannien hervorgebracht hat. Der freundliche Kauz experimentiert seit langem mit Elektronik. Als Produzent und Co-Autor hat er sich mit Madonna ("Ray of Light"), U2 und den All Saints eine goldene Nase verdient. Nebenher programmierte er Lieder von Kraftwerk oder Depeche Mode um. Sein neues Soloalbum enthält einen Satz sanft schnurrender Elektro-Säuseleien. Für betuchte Hipster gibt es die Nummern auf einem Memory Stick.
Reparata And The Delrons: "The Best Of" (Ace)
Zu den herrlichsten Popspektakeln der sechziger Jahre gehörten die Girl Groups. Es waren vorzeigbare junge Damen, die sich bevorzugt zu Trios zusammenschlossen und meist euphorische, melodische Hymnen an die Jugend und die Liebe zum Besten gaben. Dieses Trio ist heute längst vergessen, wird aber von Spezialisten zu Recht in Ehren gehalten. Ihre Hits gelten als Meisterstücke des Genres. Renner wie "I'm Nobody's Baby Now" sind auf dieser tollen Hitsammlung neu zu entdecken.
Diverse: "Derailed" (SPV)
Der Produzent dieser Filmmusik hat sich einen Namen gegeben, der zu den härtesten Zungenbrechern im Popuniversum gehört: "The RZA". Als heimlicher Kopf der umtriebigen HipHop-Gang The Wu Tang Clan wurde er berühmt. Seine Gabe, allerlei exotische Klänge zu fabelhaften Melodien zusammenzufügen, hat er bereits in Filmmusiken für "Kill Bill 1 & 2" und "Ghost Dog" unter Beweis gestellt. Diesen mittelprächtigen Reißer veredelt er mit schniekem R&B, Electro, Soul und HipHop-Beats.
Talking Heads: "Fear of Music" (Warner)
Wahrscheinlich kennen mehr Menschen den Namen dieser legendären New Yorker Kunst-Rocker als ihre Songs. Radiohead haben sich nach einer Nummer von ihnen benannt, und die Nachwuchshelden von Clap Your Hands Say Yeah sind vom Sound der alten Recken inspiriert. Zur Erinnerung an die großartigen Originale sind nun acht Studio-Alben luxuriös mit 5.1 Surround Mix, Extra-Songs und Video-Clips aufgepeppt worden. Und Alben wie dieses klingen immer noch wie Meisterwerke.
Billy Bragg: "Volume 1" (Cooking Vinyl). Ab 3.3.
Als dieser britische Barde Anfang der achtziger Jahre loslegte, war er wirklich ein Ereignis: ein junger Bursche mit Gitarre, Botschaft und gewaltigem Potential als Entertainer. In Kaschemmen sorgte er mit überlangen Shows und anrührenden Liedern wie "A New England" für Euphorie. An seine großartigen Frühtaten erinnert nun eine angemessen umfangreiche Box. Auf sieben CDs und zwei DVDs gibt es neben den alten Originalen viele Raritäten. Sehr schön und limitiert auf 5000 Stück.
Marcos Valle: "Jet Samba" (Universal). Ab 21.3.
Als in den Clubs an der brasilianischen Copacabana Anfang der sechziger Jahre der Bossa Nova verfeinert wurde, war er dabei. Der hochbegabte Pianist war mit eigenen Songs wie "Summer Samba (So Nice)" schnell enorm erfolgreich. Viele großartige - und oft unbemerkte - Alben später ist der Mann, der in den siebziger Jahren Samba, Pop und Soul mischte und in den Neunzigern von Drum'n'Bass-Musikern entdeckt wurde, immer noch ein Ass. Sein neues Werk, aufgenommen in Rio de Janeiro, ist ein aufgekratzter Mix aus Jazz und Samba und präsentiert den alten Meister in Bestform.