Pop: Neue CDs - DER SPIEGEL
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Pop Neue CDs

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Space Kelly: "My Favourite Songbook" (El Muto). Ab 3.4.

Tolle Cover-Versionen sind mindestens so rar wie schöne Lieder. So ist dieses Werk durchaus ein Ereignis. Das fängt damit an, dass der Künstler überraschende Lieder auswählte. So wie "Clair" (Gilbert O'Sullivan) oder "Snow" (Randy Newman). Alles behutsame kleine Meisterwerke, die Kelly so lässig darbietet, als wären sie für dieses Album verfasst worden. Hut ab!

John Peel & Sheila: "The Pig's Big 78s" (Trikont)

Ein Mann, der seine Frau liebevoll "The Pig" nennt, hat wohl einen besonderen Geschmack. Das gilt jedenfalls für den im vorletzten Jahr verstorbenen Radio-DJ John Peel. Zu den letzten Projekten des legendären Musikliebhabers zählt diese Auswahl von Favoriten seiner Sammlung alter Schellackplatten. Fertig gestellt hat das Werk The Pig. Ein furioser Mix knisternder Musiken: Country, Jazz, Jodel, Gaga!

James Holden: "At The Controls" (Resist)

Das Problem mit all den schnieken DJ-Mix-Sets ist, dass sie daheim nur selten Spaß machen. Die lauschigen klingen meist nach Sonnenstudio, und die zackigen Clubhit-Sammlungen leben vom Volumen. Dieser Mix ist eine feine Ausnahme: Der DJ-Star lässt hier virtuos spannende Klänge von Krautrock bis Elektrogeschnurre zusammenfließen. Ein erstaunliches Vergnügen - auch bei Zimmerlautstärke.

Diverse: "About Songs - Volume 1" (Devil Duck)

Hausgemachte Mixkassetten dienten entweder zur Verführung oder als Nachhilfe. Heute brennt man CDs, aber das Prinzip ist dasselbe. Diese Sammlung soll Kulturpessimisten daran erinnern, wie viele tolle Lieder es immer noch zu entdecken gibt. Dafür wurden 16 schöne Rock'n'Roll-Songs von überwiegend weniger bekannten Künstlern wie The Long Winters oder Songs: Ohia gewählt. Fortsetzung folgt.

The Horror The Horror: "The Horror The Horror" (Tapete Records)

Der Bandname dieser Schweden führt in die Irre. Was nämlich auf Death Metal schließen lässt, ist hervorragend beschwingter New-Wave-Pop. Kein Wunder, dass um diese Knaben, die an die Veteranen von Television erinnern, schon viel Bohei gemacht wurde. Sogar die Geschmacksstalinisten vom Londoner Rough Trade Shop sind ganz aus dem Häuschen: zu Recht.

Jason Collett: "Idols Of Exile" (City Slang)

Das in Toronto ansässige Indie-Kollektiv Broken Social Scene produziert neben exquisiten eigenen Alben auch immer wieder spannende Ableger. Nach Feist hat nun dieser Knabe das Zeug, für Furore zu sorgen. Immerhin beherrscht er die hohe Kunst des lässig eingängigen Singer-Songwriter-Pop. Die schön verspielt arrangierten Nummern klingen mal nach gutgelauntem Dylan und mal nach verhuschter Frühlingsromanze. Und welche Band hier diverse Gastmusiker stellt, liegt auf der Hand.