Pop!: Getrennt, geklaut, gemastert
Pop! This Is The End, My Band
Endlich
Auch 2014 haben mal wieder viele Künstler das Handtuch geworfen, die meisten zu recht. Das merkt man allein daran, dass bei vielen kaum einer registrierte, dass sie nicht mehr da sind. Zur Erinnerung an diverse Abgänge bietet das Blog des "New Musical Express" nun eine Liste zwölf dahingegangener Bands. Und, bei allem Respekt, Bands wie The Klaxons (wer erinnert sich an Nu-Rave?) oder Hadouken hatten ihren Zenit ohnehin längst überschritten. Das gilt auch für die einstigen Elektro-Meister von Orbital. Bei The Rapture ist überraschend, dass es sie überhaupt noch gab. Und Liam Gallaghers Solo-Kirmes-Truppe Beady Eye war immer nur ein bizarrer Oasis-Ersatz-Witz. Schade ist es allein um das schwedische Duo The Knife, von deren abenteuerlustigen Platten man noch gerne ein paar weitere gehört hätte.
Grimmig
Madonna war schon immer hart im Nehmen. Nur wenige Musiker mussten sich so oft wie Madge anhören, dass sie ihr Pulver verschossen hätten, aber Madonna hat völlig unbeeindruckt immer weitergemacht. Nun war sie ausnahmsweise aber mal richtig böse. Ihr im Dezember ins Internet gesickerte Album war erst für Mitte 2015 zur Veröffentlichung vorgesehen. Dass ihr dieses Leck die Laune verhagelte, ist kein Wunder. Nach einigen getippten und rasch wieder gelöschten Tobsuchtsbotschaften auf Instagram veröffentlichte sie sechs der Albumsongs vorab im Netz - und äußerte sich nun erstmals ausführlicher in einem Interview des "Guardian".
Halbfertig
Wer mal eine Vorstellung davon haben will, welch weiter Weg es von halbfertigen Demos zum fertigen Song ist, sollte sich durch die Liste klicken, die der feine Blog "Popjustice" aus gegebenem Anlass bietet. Da finden sich Frühversionen von Lady Gaga, Backstreet Boys, Pet Shop Boys und selbstverständlich auch Madonna-Hits. Besonders eindrucksvoll ist die sehr frühe sehr schlichte Demo-Variante von "West End Girls", dem späteren Mega-Bestseller, dem das Londoner Duo seine Karriere verdankt. Jeder Talentscout, der da eine Weltkarriere raushörte, muss ein Genie sein.
Abgesetzt
Richtig gut gelaufen ist das vergangene Pop-Jahr wohl nur für Sam Smith. Der junge Plastik-Soul-Brite, dem die Trendauguren früh eine große Karriere vorhersagten, setzte als einziger Musiker der Branche 2014 in Großbritannien, aber auch den USA, jeweils mehr als eine Million Tonträger ab. Hut ab!