Pop!: Schokoriegel und Peanuts
Pop! Schokoriegel und Peanuts
Randale, Tee und Schokolade
Die Ausschreitungen von England ließen auch die Musikwelt erbeben, und die Nachwirkungen dauern an. Kaum sind die Straßen beruhigt, rummst es in den Pop-Blogs. Immer mehr englische Musiker melden sich zu Wort. Einigkeit herrscht selbstverständlich nicht. Als erste sorgte die erfahrene Trubel-Expertin M.I.A. für Aufregung: Noch während der Krawalle kündigte sie via Twitter an, in London zur Stärkung "Tee und Mars-Riegel" an die Randalierer verteilen zu wollen.
Was wiederum viele ihrer Fans so aufbrachte, dass M.I.A. den Eintrag flugs wieder löschen ließ. Eben jene Randalierer will Ex-Oasis-Chef Noel Gallagher, Working-Class-Millionär und Maulheld, drastisch bestraft sehen. Die ersten verhängten langen Gefängnisstrafen dürften ihm aus dem Herzen sprechen: "Wenn die Gefängnisse voll sind, müssen eben neue gebaut werden", ließ er ausrichten. Besonnener klang der Londoner Dub-Reggae-Veteran Mad Professor. Aber obwohl er die hohe Integrationskraft Londons beschwor - "Wenn man Londoner wird, verliert man seinen ethnischen Hintergrund" -, erklärte er auch in einem Blog : "Als Musiker hätte ich die 'Riots' bereits vor Monaten erwartet." Der Star-DJ und Musiker Calvin Harris dürfte kaum M.I.A. gemeint haben, als er twitterte: "Eine Menge dieser Kids haben Rollenvorbilder in der Musik, und eine Menge dieser Vorbilder schweigen zu dem, was passiert ist. Aber die müssen verdammt noch mal ihre Stimme erheben und helfen, das alles zu stoppen."
Verzwitschert
Nicht wenige Prominente, die vergnügt vor sich hintwittern, dürften die eine oder andere schnelle Mitteilung bereut haben. Der Alptraum für Plaudertaschen wie M.I.A., Britney Spears oder Courtney Love ist undetweetable, ein Programm, mit dem ausradierte Twittereien wieder restauriert werden können. Nicht wenigen dürfte bei dieser Vorstellung der kalte Schweiß gekommen sein. Kein Wunder, dass der Dienst vorläufig stillgelegt wurde.
Schlecht gemischte Doppel
Wenn Musikern partout nichts mehr einfällt, aber ihre Plattenfirma drängelt, Affären abzufinden sind und Schweizer Privatschulgebühren für den Nachwuchs bezahlt werden müssen, erinnern sich viele an irgendwie befreundete Kollegen. Heraus kommt dann oft ein "...and Friends"-Album. Platten, auf denen ausgebrannte Künstler dünne Lieder hinter vielen namhaften Gästen verstecken. Ein emsiger Zyniker hat sich nun die Mühe gemacht, die "15 schlechtesten "...and Friends"-Alben aller Zeiten" zusammenzustellen - eine
Hitliste verzichtbarer Kollaborationen wie
Carlos Santana und Dave Mathews,
Slash und Fergie,
Santana und Bono,
Timbaland und Elton John
oder The Roots und Joana Newsome.
Schnelle Mark
Der unvermeidliche Bono hat das alles ohnehin nicht mehr nötig. Vor zwei Jahren investierte er 210 Millionen Dollar in Facebook. Ein Einsatz , der jetzt lässige 975 Millionen Dollar wert ist. Eine schöne Einnahmequelle neben den Peanuts, die er mit U2 verdient. Wieviel er davon spenden will, ist nicht bekannt.