Pop!: Virtuelle Dürre
Pop! Virtuelle Dürre
Das Internet ist zwar längst fester Bestandteil des Pop-Universums, aber es bleibt die magische Frage, wem der virtuelle Trubel nutzt. Wer (außer iTunes) verdient in den Weiten des Webs tatsächlich Geld mit Musik? Und wenn, wie? Denn das Dilemma ist und bleibt, dass die meisten Online-Hits nur entstehen, weil sie nichts kosten. Und von Millionen Klicks allein lässt sich keine Miete zahlen.
Wie also lässt sich virtueller Trubel in reales Einkommen übertragen? Das, was von manchen Experten als Zukunft der Pop-Branche gepriesen wird, nämlich das Geld, das Streaming-Dienste wie Spotify oder Simfy an Lizenzen für genutzte Musik zahlen, scheint vielen Künstlern lachhaft. Aber es ist eben auch erstaunlich, wie wenig kreativ viele Musiker auf die neuen Freiheiten und Möglichkeiten des Internets reagieren.
Die Online-Ausgabe des britischen "Guardian" hat nun einige Profiteure der virtuellen Pop-Welt zusammengetragen. Zum Beispiel die junge Beat-Queen Azealia Banks aus dem New Yorker Stadtteil Harlem. Die wurde im vergangenen Juli von ihrer Plattenfirma XL Recordings vor die Tür gesetzt, bevor ihre Karriere überhaupt starten konnte. Früher hätte sich die 20-Jährige danach wahrscheinlich über einen richtigen Job den Kopf zerbrechen müssen. Stattdessen inszenierte sich die smarte junge Frau so raffiniert und effektiv bei Diensten wie YouTube, Twitter, SoundCloud und Tumblr, dass sie auch ohne Plattenvertrag auf Platz eins der prestigeträchtigen jährlichen "Cool List" des Magazins "New Musical Express" landete und mittlerweile bei dem Konzern Universal unter Vertrag ist.
Noch zukunftsträchtiger gibt sich das junge kalifornische Duo Pomplamoose, das mit seinen skurrilen Coverversionen von Lady Gaga und Beyoncé via YouTube ein so großes Publikum euphorisiert, dass es angeblich allein von digitalen Verkäufen leben kann.
Ja, selbst der Grummelveteran Tom Waits beweist mit bizarren YouTube-Clips, dass er auf der Höhe der Zeit ist. Und für Künstler seiner Generation ist ja allein diese Botschaft ein Vermögen wert.
Online-Ideen
Passend dazu listet die Website Fast Company die zehn innovativsten Online-Musik-Anbieter auf. Die Palette reicht von App-Bastlerin Björk über Spotify bis zu Adeles Plattenfirma "XL". Die Pole-Position aber hat ein Berliner Laden: SoundCloud!
Musiker-Erfrischungen
Zu den beständigen Pop-Traditionen jenseits des Rampenlichts zählen die "Erfrischungen" alkoholischer Natur: von Sinatras Whiskey bis hin zu Dr Dres Likören. Gleich 17 Musiker plauderten nun bei der Online-Ausgabe des "Paste" -Magazins Cocktails, Rezepte und Trinktipps aus: vom "Kickstand" (At the Drive-In) bis zum "Greyhound" (Nada Surf).
Käse auf ex
Nachdem die Künstlerin M.I.A. zuletzt mit Madonna beim Superbowl für Furore sorgte, landete nun ihr - eigentlich vertraulicher - "Tour-Rider" mit detaillierten Wünschen für Backstage-Entertainment im Netz. Da lernen Verehrer, dass die Musikerin "europäischen Käse" gern mit "Absinth" runterspült. Prost!