Popmusik: Verse für Herbert - DER SPIEGEL
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Popmusik Verse für Herbert

Wer kennt schon Selma Meerbaum-Eisinger? Die 1942 im KZ umgekommene Lyrikerin fand bisher nur wenig Beachtung. Eine von Herbert Grönemeyer besungene Vertonung ihres Gedichtes "Trauer" könnte das nun ändern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Lyrikerin Hilde Domin sieht sie "auf einer Stufe mit dem jungen Hofmannsthal" und meint, dass ihr Werk "ins Gut der deutschen Poesie gehört". Doch wer kennt schon Selma Meerbaum-Eisinger? Das jüdische Mädchen aus Czernowitz kam 1942 als 18-Jährige in einem Konzentrationslager um. Eine Sammlung ihrer Gedichte mit dem Titel "Ich bin in Sehnsucht eingehüllt" (Verlag Hoffmann und Campe) fand 1980 nur wenig Beachtung.

Das könnte sich jetzt ändern: Der Schweizer Musiker David Klein hat Meerbaum-Eisinger-Verse vertont und Herbert Grönemeyer für die unbekannte Dichterin begeistert. Einen Text von ihr singt nun der deutsche Popstar als Gast auf einer CD von Kleins Klezmer-Gruppe The World Quintet (früher Kol Simcha). "Lichter spiegeln sich in schmutzig-nassen Pfützen, gelb und fettig, schmutzig auch und schwer ..." - Meerbaum-Eisingers Worte klingen wie O-Ton Grönemeyer.

Das Album "The World Quintet" (Enja/Sony Music) wurde am 24. Februar veröffentlicht