Portrait: Ludwig II. von Bayern - DER SPIEGEL
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Portrait Ludwig II. von Bayern

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Füssen - Ludwig II. bestieg 1864 im Alter von 18 Jahren den bayerischen Thron. Doch schon ein Jahr später zog sich der "Kini", wie er in Bayern liebevoll genannt wird, in die Welt seiner Träume zurück. Das Regieren wurde ihm zunehmend lästig. Lieber widmete er sich der Musik seines Freundes Richard Wagner und dem Bau prachtvoller Schlösser. Bis heute zeugen seine Bauwerke Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof von seinen romantischen Phantasien.

Nachdem Bayern 1866 an der Seite Österreichs in den Krieg gegen Preußen eingetreten war und verloren hatte, büßte es vier Jahre später durch die Versailler Verträge seine Souveränität ein. Ludwig wurde zunehmend launisch und jähzornig. Er brüllte seine Gäste an und entließ nach Gutdünken Minister. Ärzte werteten sein Verhalten schließlich als Zeichen einer Geisteskrankheit. Am 9. Juni 1886 wurde der König auf Beschluss des Hofrats entmündigt.

Vier Tage später, am 13. Juni, starb Ludwig unter mysteriösen Umständen im Starnberger See. Um seinen Tod ranken sich bis heute Legenden. Hobbyforscher und Historiker haben kaum eine Variante über die möglichen Hintergründe seines Todes ausgelassen. Während die einen behaupten, Ludwig sei heimtückisch erschossen worden, glauben andere an einen Tod durch Gift. Offiziell gilt aber nach wie vor: Ludwig ertrank und riss im Todeskampf seinen zu Hilfe eilenden Retter, den Psychiater Bernhard Aloys von Gudden, mit auf den Grund des Starnberger Sees.