Rechtsstreit: Abbado stoppt Biografie - DER SPIEGEL
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Rechtsstreit Abbado stoppt Biografie

Star-Dirigent Claudio Abbado hat per Gerichtsentscheid die Auslieferung seiner Biografie verhindert. Der Chef der Berliner Philharmoniker wirft dem Autor vor, nicht richtig recherchiert zu haben.
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Berlin - Mit einer einstweiligen Verfügung beim Berliner Landgericht hat der Dirigent Claudio Abbado den weiteren Verkauf seiner Biografie verhindert. Der Dirigent sieht sich durch das im Herbst erschienene Buch "Claudio Abbado - die Magie des Zusammenklangs" in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt. Ein Widerspruch des betroffenen Berliner Henschel Verlags wurde gestern vor Gericht abgelehnt.

Abbado sei "zutiefst empört und verletzt", sagte sein Anwalt Peter Raue. Der Star-Komponist wirft dem Autor und Musikwissenschaftler Christian Försch vor, er habe nie mit ihm, seiner Familie oder den Philharmonikern gesprochen. Alle Informationen, die er verwende, stammten nur aus Zweitquellen. Der Henschel Verlag betonte dagegen, Autor und Verlag hätten sich mehrere Male vergeblich um eine Mitwirkung Abbados an der Biografie bemüht. «Das Buch wurde nach unserer Überzeugung unter Beachtung aller Regeln der publizistischen Sorgfalt geschrieben und lektoriert.»

Das Buch sei "unkorrigierbar", behauptet Abbados Anwalt - es enthalte 22 unwahre Behauptungen. Unter anderem werde unterstellt, der Dirigent habe so kleine Hände, dass er die Finger mit Holzstücken spreizen müsse, um zehn Tasten auf dem Klavier umfassen zu können.

Der 68-jährige Abbado ist einer der berühmtesten Dirigenten der Gegenwart. Der Italiener wurde 1989 von den Berliner Philharmonikern zum Nachfolger des verstorbenen Herbert von Karajan gewählt. Auf Grund einer Krebserkrankung gibt Abbado die Orchesterleitung im kommenden Sommer an den Briten Sir Simon Rattle ab.