Schlaganfall: Star-Dirigent Viotti gestorben - DER SPIEGEL
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Schlaganfall Star-Dirigent Viotti gestorben

Der Star-Dirigent Marcello Viotti ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Der international renommierte Musiker starb am Mittwochabend in einem Münchner Krankenhaus an den Folgen eines Schlaganfalls. Viotti lag bereits seit der vergangenen Woche im Koma.
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Bei den Proben zur Aufführung von Jules Massenets "Manon" in München hatte Marcello Viotti in der vergangenen Woche einen Schlaganfall erlitten. Seitdem lag er im Koma. Viotti war Musikdirektor des Opernhauses La Fenice in Venedig und von 1998 bis Ende 2004 Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) zeigte sich tief betroffen vom Tod des Stardirigenten. Er würdigte ihn als "eine der profiliertesten und faszinierendsten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit".

Durch seine Programmgestaltung abseits des Mainstreams erlangte Viotti hohes Ansehen. Er war gläubiger Katholik und schätzte besonders die sakrale Musik. Die Chefposition des Rundfunkorchesters legte Viotti im Herbst 2004 nieder, nachdem der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Thomas Gruber, die Auflösung des Rundfunkorchesters aus Spargründen angekündigt hatte. Die drohende Abwicklung seines Orchesters ging ihm nahe. Eigentlich kein Freund scharfer Worte, warf der Dirigent dem Sender Kultur- und Stillosigkeit vor. Gruber würdigte Viotti nun: "Ich verneige mich in Trauer vor dem großen Dirigenten und wahrhaft schöpferischen Menschen".

Neben seinen festen Engagements war der Spezialist für italienische und französische Opern auch ein weltweit gefragter Gastdirigent. In diesem Sommer hätte er bei den Salzburger Festspielen die Premiere von Verdis "La Traviata" mit Anna Netrebko in der Titelrolle leiten sollen. Im La Fenice wollte er im März Richard Wagners "Parsifal" auf die Bühne bringen. 2006 sollte er bei den Salzburger Festspielen Mozarts "Lucio Silla" dirigieren.

In Deutschland war Viotti zunächst Generalmusikdirektor in Bremen, dann Chefdirigent des Rundfunksymphonieorchesters Saarbrücken. Von 1996 bis 1999 war er einer der drei Hauptdirigenten des Symphonieorchesters des Mitteldeutschen Rundfunks in Leipzig. Er hatte seinen Hauptwohnsitz im französischen Lothringen in einem schlossähnlichen Anwesen. Dort hütete er auch seine Sammlung von Originalpartituren vor allem französischer Komponisten. "Man müsste zwei, drei Leben haben", hatte der rastlose Künstler einmal gesagt. Ihm war nur eines vergönnt.