Sisqó: "Selbstverständlich bin ich sexy!" - DER SPIEGEL
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Sisqó "Selbstverständlich bin ich sexy!"

Der erfolgreiche R&B-Sänger Mark Andrews, besser bekannt als Sisqó ("Thong Song"), will hoch hinaus: Im Interview mit SPIEGEL ONLINE schmäht er sein Idol Michael Jackson, lobt seine eigenen Qualitäten als Frauenheld und träumt von einer Karriere als Filmstar.
Von Stéfan Picker-Dressel
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL ONLINE:

Herr Andrews, Sie haben gerade Ihre erste Filmrolle in der Komödie "Ran an die Braut" hinter sich gebracht. Reicht Ihnen das Singen nicht mehr?

Sisqó: Ich bin der geborene Entertainer! Und als solcher muss man immer mehrere Eisen im Feuer haben. Die Rolle in "Ran an die Braut" ist zwar nicht die größte, aber es war eine gute Vorbereitung auf meinen nächsten Film "Winter Dance", der im Herbst startet. Da darf ich dann auch mehr von mir zeigen.

SPIEGEL ONLINE: "Ran an die Braut" ist eine typische Teenie-Komödie. Sind Sie ein Komiker?

Sisqó: Ich kann Leute von null auf Hundert zum lachen bringen, wenn ich will. Das ist allerdings von meiner Tagesform abhängig. Der nächste Film ist ein Disney-Film, der wird mich bestimmt ganz groß rausbringen.

SPIEGEL ONLINE: Was wäre Ihre Traumrolle?

Sisqó: Keine Ahnung, aber irgendetwas mit Action. Ich mag es, wenn es kracht. Wichtig aber ist, dass ich dabei Sisqó bleiben kann. So etwas wie "Men In Black" oder "Independence Day" kann ich mir sehr gut vorstellen.

SPIEGEL ONLINE: Wollen Sie etwa Will Smith Konkurrenz machen?

Sisqó: Ja, warum nicht? Was Will kann, kann ich auch. Mit ihm mal in einem Film zusammenzuarbeiten, wäre allerdings das Größte. Vor Will habe ich Respekt.

SPIEGEL ONLINE: Sie hatten mit dem "Thong Song" einen Welthit. Nervt es, "Mr. Thong Song" zu sein?

Sisqó: Ehrlich, es geht mir total auf die Eier. Das ist wie bei Michael Jackson und "Thriller". Egal, was er noch für Welthits schreibt, er wird immer der Mann sein, der uns "Thriller" geschenkt hat. Einen solchen Hit zu schreiben bringt erst mal Respekt, aber auch viel Stress. Weil man eben nur darauf reduziert wird.

SPIEGEL ONLINE: Was fasziniert Sie an Michael Jackson?

Sisqó: Er will nicht mit mir arbeiten. Ich weiß auch nicht, warum. Aber ich will ihm zeigen, was ich drauf habe. In den USA läuft ein Pepsi-Spot, in dem ich mitspiele. Darüber hat er sich lobend geäußert. Das war das einzige Kompliment, das ich je von ihm gehört habe. Ich meine, hey, ein Pepsi-Spot? Das ärgert mich. Ist der Typ bescheuert, oder was? Ich reiße mir mit meinen Songs den Arsch auf, und er findet den Pepsi-Spot klasse. Aber ich werd's ihm schon zeigen...

SPIEGEL ONLINE: Ist Michael Jackson so etwas wie ein Idol für Sie?

Sisqó: Absolut. Er ist jemand, zu dem ich aufschaue. Er hat mich auf meinem letzten Album total inspiriert. Er ist so brillant, nur dieses blöde Gekreische sollte er endlich mal lassen. Das wirkt lächerlich für einen, der älter als 40 ist, und überhaupt nicht sexy.

SPIEGEL ONLINE: Finden Sie sich sexy?

Sisqó: Selbstverständlich bin ich sexy. Ich habe ein gesundes Verhältnis zu meinem Körper, also fühle ich mich sexy. Die Frauen stehen auf mich.

SPIEGEL ONLINE: In vielen HipHop-Videos strecken Frauen ihre Hintern in knappen Höschen in die Kamera. Kann HipHop ohne Sex funktionieren?

Sisqó: Nein, das gehört alles zum Spiel. HipHop und R&B sagen viel über den Künstler aus. Und die Musik ist manchmal purer Sex. Weißt du, was mich anmacht? Wenn die Girls zu mir kommen und sagen: 'He, Sisqó, ich habe letzte Nacht dein Album gehört. Und ich hatte verdammt guten Sex dazu'.

SPIEGEL ONLINE: Ihr Vater ist Elektriker. Können Sie eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank reparieren?

Sisqó: Nein, obwohl ich von meinem Vater weiß, dass man damit Frauen echt beeindrucken kann. Aber ich kann noch nicht einmal meinen Videorekorder programmieren. Ich habe einen anderen Weg gewählt, um Frauen glücklich zu machen.

SPIEGEL ONLINE: Geht es Ihnen eigentlich immer nur darum, Frauen zu beeindrucken?

Sisqó: Natürlich, daraus besteht das ganze Leben. Wenn das bei mir mal nachlässt, bin ich wahrscheinlich bald tot.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben im vergangenen Mai die World Music Awards in Monaco moderiert. Da werden jene Künstler ausgezeichnet, die im betreffenden Jahr in ihren Ländern am erfolgreichsten waren. Können Sie etwas mit der Musik von Peter Maffay anfangen?

Sisqó: Peter wer?

SPIEGEL ONLINE: Maffay. Der hat den Preis für Deutschland gewonnen. Das war der kleine Fünfzigjährige mit der Lederjacke und dem Muttermal im Gesicht. Erinnern Sie sich?

Sisqó: Nein, sorry, ehrlich nicht. Eure Rockstars sind über fünfzig? Was ist Deutschland bloß für ein armes Land? Kriegt man die Preise da irgendwann aus Mitleid?

SPIEGEL ONLINE: Lassen wir das. Was war das blödeste, was Sie bisher über sich gelesen haben?

Sisqó: Dass ich schwul bin. Ich, verstehst du?

SPIEGEL ONLINE: Und, sind Sie schwul oder nicht?

Sisqó: Nein, zur Hölle! Ich habe zwar schwule Fans, aber ich stehe auf Mädchen. Du müsstest die mal sehen, mit der ich jetzt zusammen bin. So ein Gerät hast du noch nicht gesehen.

SPIEGEL ONLINE: Finden Sie es eigentlich okay, wenn andere über Sie lachen?

Sisqó: Natürlich, damit kann ich umgehen. Aber der Witz muss gut sein.

Sisqós zweites Solo-Album, "Return Of Dragon", ist am 2. Juli 2001 bei DefSoul/Mercury erschienen.
"Ran an die Braut" (Originaltitel "Get Over It") startet am 23. August 2001 in deutschen Kinos