Songwriter-Sorgen Bob Dylan braucht Co-Autor
Er ist der einzige Popmusiker, der ernsthaft als Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis gehandelt wurde. Seine Songtexte stehen gebunden in den Bücherregalen der Achtundsechziger-Generation. Eine eigene, apokryphe Wissenschaftssparte ist seiner Arbeit gewidmet: Die Dylanologie.
Doch die Texte zu seinem neuen, Ende April erscheinenden Album "Together Trough Life" hat Bob Dylan, wie die britische Tageszeitung "The Guardian" meldet, mit der Hilfe eines Co-Autors verfasst.
Es ist Robert Hunter, ein amerikanischer Lyriker, der vor allen durch seine Zusammenarbeit mit der Hippieband The Grateful Dead bekannt wurde. Für Dylan schrieb er bereits 1988 zwei Texte.
Hunters Berufung dürfte den Dylanolgen dieser Welt bis mindestens zur übernächsten Dylan-Platte Anlass zum Debattieren bieten: Inwiefern ist die Arbeit mit Hunter eine logische Folge von Dylans seit Jahren dauernder "Never Ending Tour"? Deren Prinzip ist schließlich der ständige Wandel: das Neu-Arrangement und die Überarbeitung von Dylans Werk.
Oder hatte Dylan eine Schreibblockade? Der Anlass dafür könnte ja zum Beispiel ein ganz profaner Nachbarschaftsstreit gewesen sein: Die Anwohner von Dylans Anwesen in Malibu hatten sich wegen des strengen Geruchs des Dixie-Klos auf seinem Grundstück beschwert.
Die Dylanolgen werden's irgendwann erforschen.