Soul-Jazz-Veteran Nat Adderley gestorben
New York - Der Mitbegründer des "Soul Jazz" starb in einem Pflegeheim in der Gemeinde Lakeland im Bundesstaat Florida. Dorthin hatte sich der jüngere Bruder des bereits 1975 gestorbenen Jazz-Musikers Julian "Cannonball" Adderley zurückgezogen, nachdem er 1997 durch Diabetes bereits ein Bein verloren hatte und sich sein Zustand seitdem verschlechterte.
Die aus Tampa in Florida stammenden Brüder waren Mitte der fünfziger Jahre nach New York gekommen, wo sie zunächst fast ohne Gage in Kneipen auftraten. Gemeinsam mit dem Bassisten Oscar Pettiford, dem Drummer Kenny Clark und dem Pianisten Horace Silver fanden sie jedoch bald im "Cafe Bohemia" im Künstlerviertel Greenwich Village ein begeistertes Publikum. Das war der Durchbruch für die jungen Jazzer, die bald darauf das später berühmte Cannonball Adderley Quintet gründeten. Die Band machte Kompositionen von Nat Adderley wie "Jive Samba", "The Work Song" und "Hummin'" bekannt, die in den sechziger Jahren den "Soul Jazz" begründeten.
Anfang der neunziger Jahre hatte der Kornettist seinen größten Erfolg mit dem Album "The Old Country". Nat Adderley, der zuerst in einer Armee-Band gespielt und später bei Lionel Hampton gelernt hatte, war an fast 100 Schallplatten-Aufnahmen beteiligt. Er starb kurz vor dem Verkaufsstart für ein neues Album mit dem Titel "That's Funk".
Nach einer Trennung Ende der fünfziger Jahre, in denen Cannonball unter anderem mit Miles Davis spielte, fanden die Brüder wieder musikalisch zueinander, bis der Tod des Älteren sie 1975 trennte. Im selben Jahr erschien das von Nat komponierte Jazz-Musical "Big Man - The Legend Of John Henry". Die Konzertversion war ein Jahr später in der New Yorker Carnegie Hall erfolgreich, und die Bühnenproduktion fand 1986 ein großes Publikum.