Stella Doch noch ein Hoffnungsschimmer?
Stuttgart - "Es ist erstaunlich, wie dieses Unternehmen kampfbereit ist", sagte Wilhelm nach einer Betriebsversammlung am Stuttgarter Standort des Unterhaltungskonzerns. Einen Abbau der bundesweit 5.000 Arbeitsplätze werde es nicht geben. Der Spielbetrieb werde aufrecht erhalten.
Stella-Chef Hemjö Klein bezifferte die Deckungslücke des Hamburger Konzerns auf knapp 30 Millionen Mark. Etwa vier Millionen Mark fehlten beim laufenden Betrieb; 25 Millionen Mark würden für Investitionen in die Zukunft benötigt.
Klein betonte, die Verhandlungen mit Investoren seien sehr vielversprechend. Einzelheiten nannte er auf Nachfrage nicht. Sein Sanierungsplan sieht unter anderem Mitarbeiterbeteiligungen vor. Außerdem sollen die Laufzeiten der Musicals verkürzt werden. Die Musical-Häuser werden nach seinem Willen künftig auch für andere Veranstaltungen genutzt werden. Zudem soll die Vermarktung von Artikeln rund um die Musicals angekurbelt werden.
Auch der Betriebsrat der Stuttgarter Produktion "Miss Saigon", Bernhard Schlachter, zeigte sich optimistisch. Die Stimmung in dem Unternehmen habe sich in vielen Gesprächen am Wochenende sehr positiv entwickelt: "Wir gehen diesen Weg mit, die Show muss laufen, die Produktion macht Spaß."
Nach Kleins Angaben kann durch das Sanierungskonzept und den bereits erzielten Einsparungen schon im kommenden Jahr ein Gewinn erwirtschaftet werden. Er gab der Münchener HypoVereinsbank die Schuld an der Insolvenz: "Wir haben das Unternehmen Stella saniert. Wir haben eine zukunftsfähige Strategie. (...) Im letzten Augenblick hat die Bank aber ein mit ihren eigenen Treugebern abgestimmtes Programm zur Liquiditätssicherung gekündigt." Er stelle deshalb das Sanierungskonzept unter den Schutz des Gesetzes, um mit der Hilfe eines Insolvenzverwalters die Arbeitsplätze zu retten.
Klein betonte, der Spielplan werde nirgendwo eingeschränkt. Zu neuen Produktionsplänen äußerte er sich nicht. Er sagte, die Stella-Musicals sollten auch in anderen Städten außer den sechs Stella-Standorten (Hamburg, Stuttgart, Essen, Berlin, Bochum, Duisburg) aufgeführt werden. Seinen Angaben hängen neben den bundesweit 5000 Mitarbeitern noch 17.000 Beschäftigte in vor- und nachgelagerten Betrieben von Stella ab.