Tageskarte Pop Virtuoser Quatsch
Pop und Humor passen nicht zusammen. Manche Sänger ruinieren Konzerte mit angestrengten humoristischen Ansagen zwischen ihren Liedern, andere scheitern an Platten mit ironischer Musik oder bemüht witzigen Texten. Nur wenn es ganz misslungen ist, kann in Ausnahmefällen daraus etwas werden: Manche Musiker haben ihre Karriere erfolgreich auf unterirdischem Humor und Klamauk aufgebaut, so wie Weird Al Yankovic mit "Like A Surgeon". Auch lustige Rock-Filme im Kino waren immer mal wieder Kassenknüller, vom Klassiker "Spinal Tap" bis zu Mike Myers "Wayne's World".
Ein rarer Triumph ist nun dem neuseeländischen Duo Flight Of The Conchords geglückt. Deren gleichnamiges Album ist tatsächlich so lustig wie unterhaltsam. Die zwei Komiker Jermaine Clement und Bret McKenzie parodieren sich auf ihrer CD gewitzt von Genre zu Genre, von Popstar zu Popstar. Sie zerlegen Chansons, Soul, HipHop und Disco, nehmen die Pet Shop Boys, David Bowie, Marvin Gaye und Daft Punk ins Visier. Die Persiflagen funktionieren meist, weil ihr Quatsch virtuos, ungewöhnlich kenntnisreich und einfühlsam inszeniert wurde.
Dabei ist das Werk eigentlich nur eine Beigabe, also ein Nebenprodukt, zur Comedy-TV-Serie "Flight Of The Conchords", die in Amerika sehr erfolgreich bei HBO läuft, der die Welt auch schon mit den "Sopranos" erfreute. Da geben die zwei Exzentriker Überraschung! ein neuseeländisches Folk-Pop-Duo, das in New York groß rauskommen will.
Dass die Filme zur Musik nur partiell lustig sind, stört nicht weiter. Dass es schon schlechte Kopisten gibt, ist ein unvermeidliches Ärgernis. Clement behauptet nämlich, dass er schon beschimpft wurde wegen diverser unlustiger Comedy-Pop-Duos, die nun dem Erfolg von Flight Of The Conchords nacheifern.